Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. September 2009

Feind ist, wer anders denkt

Wanderausstellung über die Staatssicherheit der DDR in der Hansestadt zu sehen

Die Wanderausstellung der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) über die Staatssicherheit der DDR "Feind ist, wer anders denkt" wurde vorigen Donnerstag in der Lübecker Katharinenkirche, Königstraße/Glockengießerstraße, eröffnet. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), und der Leiter der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagen-Behörde, Dr. Helge Heidemeyer, präsentierten sie gemeinsam.

Die Wanderausstellung richtet sich vor allem an die Bürgerinnen und Bürger in den alten Bundesländern und wurde im letzten Jahr in Hamburg zum Tag der Deutschen Einheit erstmals präsentiert. Nachdem die Ausstellung bereits in einigen Landeshauptstädten gezeigt wurde, kann sie nun bis zum 27. September in Lübeck besucht werden. Sie stößt auf durchgängig hohe Resonanz und großes Interesse, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelt. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher haben sie schon gesehen.

Die Wanderausstellung dokumentiert die Entstehung, Aufgaben und Methoden des Minis-

teriums für Staatssicherheit (MfS). An exemplarisch ausgewählten Daten und Ereignissen der DDR-Geschichte wird erläutert, wie das MfS als "Schild und Schwert der Partei" die Macht der Staatspartei SED sicherte: etwa durch Überwachung der eigenen Bevölkerung, Repressionsmaßnahmen und den Einsatz von Spitzeln, den inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Täterapparates. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schicksal der Menschen, die in das Visier der Staatssicherheit geraten sind. Denn Lebensweisen, die von der Norm abwichen, und politische Vorstellungen, die nicht der Parteidoktrin entsprachen, galten als "staatsfeindlich" und wurden verfolgt. Anhand ausgewählter Biografien werden die oft gravierenden Auswirkungen der geheimpolizeilichen Verfolgung verdeutlicht.

Besuchszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Gruppenführungen werden nach Anmeldung unter Telefon 0451/122-4180 oder Fax 0451/122-4106 angeboten. Als Begleitprogramm gibt es ein Weiterbildungsseminar für Lehrerinnen und Lehrer mit Dr. Hans-Peter Löhn, Dozent für politische Bildung bei der BStU, am Dienstag, dem 15. September vonvon 14.30 bis 18 Uhr. Anmeldung über das Kulturbüro der Hansestadt Lübeck, Tel.: 0451/122-7550 oder per E-Mail an kulturbuero@luebeck.de.

Einen Vortrag mit Diskussion mit dem Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, BStU, über sein Buch: "Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR" (Verlag C. H. Beck, München 2009) gibt es am 17. September um 18 Uhr.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2009 sind unter www.friedlicherevolution.de zu finden.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de