Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. September 2009

Mauersalze als Gefahr für Backsteingotik

"Energetische Altstadthaussanierung" als Forschungsprojekt

Altstadthausbesitzer kennen das Problem: Im Erdgeschoss rieselt der Putz von der Wand, Backsteine bröseln. Ursache sind schädliche Mauersalze, die mit aufsteigender Feuchte im historischen Mauerwerk wachsen.

Seit über 700 Jahren reichern sich die Mauersalze in den historischen Häusern an. Bei moderner Raumnutzung, also zentralbeheizter Raumluft, verdunstet die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk und lässt dort die Salze in kristalliner Form zurück. Diese haben eine hohe Sprengkraft, die gerade für die UNESCO-Weltkulturerbe-Wandmalereien eine große Gefahr darstellt.

Einzig ein gleichmäßiges Raumklima kann die Mauersalze eindämmen und gleichzeitig dem Menschen gut tun. Mauer und Mensch haben somit die gleichen Ansprüche an die Umwelt. Dieses Klima energiesparend zu erreichen, stellt eine hohe Anforderung an die Industrie dar, eine kostengünstige Serienreife ist fern.

Im Rahmen eines, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojektes, wurden in einem Lübecker Altstadthaus, der Engelsgrube 28, die historischen und bauphysikalischen Zusammenhänge untersucht und Empfehlungen für die Sanierungspraxis herausgearbeitet.

Das Forschungsprojekt lief dabei parallel zur eigentlichen Gebäudesanierung durch die Grundstücksgesellschaft "Trave" mbH.

Die Ergebnisse werden in einer Broschüre und im Internet dargestellt. fem

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