Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. September 2009

Die Strandpromenade muss warten

Lübecker BUNT

Am Donnerstag ist es soweit: Die Bürgerschaft soll unter dem Tagesordnungspunkt 8.14 über die "Baumaßnahme Neugestaltung der Travemünder Strandpromenade" entscheiden. Dahinter verbirgt sich eine völlig überflüssige Aufhübschung der 1,7 Kilometer langen Flaniermeile direkt am Strand, die angeblich marode sein soll. Ein solcher Umbau wäre eine maßlose Verschwendung öffentlicher Mittel, denn: Die Travemünder Strandpromenade gehört sicherlich zu den wenigen Flächen in Lübeck, die keine Schlaglöcher, Wurzel-aufbrüche und sonstige Hässlichkeiten aufweisen. Hier kann man sich zu Fuß oder mit dem Rad sehr komfortabel fortbewegen. Die Argumente des Kurdirektors, der offenkundig verzweifelt nach Beschäftigung sucht, klingen sämtlich an den Haaren herbeigezogen: Es handele sich um Küsten-schutz, da die derzeitige Promenade vom Einsturz und Unterhöhlung bedroht sei. Auch müssten dringend behindertenfreundliche Zugänge zum Strand gebaut werden. Insgesamt rund sieben Millionen Euro wird die überflüssigste Baumaßnahme in der Hauptstadt der Schlaglöcher und maroden Straßen kosten - als ob wir nichts wichtigeres anzugehen hätten. Auch das Argument, Lübeck verschenke Geld, wenn es die Fördermittel nicht in Anspruch nehmen würde, zieht nicht: Es handelt sich ausnahmslos um Steuergelder, mit denen wir sorgsam umgehen müssen - egal aus welchen Töpfen sie stammen. Der Lübecker BUNT stellt sich dieser Verantwortung. Wir werden gegen diesen Unfug votieren und hoffen, auch in den übrigen Fraktionen genügend vernünftige und verantwortungsvolle Kommunalpolitiker zu finden, die mit uns stimmen werden.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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