Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 29. September 2009

Wir warten nicht auf Retter-Ritter!

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Zwei Tage nach der Wahl und einem todlangweiligem Wahlkampf tun wir in Lübeck gut daran, uns nicht allzu sehr von der Regierungsbildung in Berlin und Kiel von unseren eigenen Aufgaben ablenken zu lassen. Es werden keine Retter-Ritter nach Lübeck kommen - weder von der Spree noch von der Förde - , um unser Monsterhaushaltsloch von 178 Millionen Euro zu stopfen oder uns unsere Schulden - rund 500 Mio. Euro - zu tilgen. Lübeck muss sich selbst helfen und das heißt für uns, die Suppe selbst auszulöffeln. Der Flughafen, den die Politiker sorgsam aus dem Wahlkampf herausgehalten haben, darf uns nicht weiterhin schlaflose Nächte bereiten. Wenn sich kein Investor findet, der ihn zu akzeptablen und fairen Konditionen übernimmt, werden wir uns von unseren Luftdrehkreuz-Träumen wohl verabschieden müssen. Einen merklichen Verlust an Lebensqualität oder Wirtschaftschancen zieht dies nicht nach sich - im Gegenteil. Denn Lübeck hat einen gut funktionierenden, internationalen Airport, der uns keinen Cent kostet: Er heißt Hamburg-Fuhlsbüttel. Mit den rund 26 Millionen Euro, die Lübeck jetzt an Infratil zurückzahlen muss, könnte man viele Jahre lang sämtliche Fluggäste aus Lübeck kostenlos mit Taxen nach Hamburg chauffieren. Auch das würde Arbeitsplätze schaffen. Und nicht vergessen: Die Deponie Ihlenberg/Schönberg und das Munitionsgift in der Ostsee verdienen mehr Aufmerksamkeit aus Lübecker Sicht. Es kann uns nicht egal sein, ob unser Trink- und Badewasser gefährdet ist. Die Hansestadt muss hier Klarheit bekommen und ihre Bürger schonungslos informieren. Nach der Wahl ist vor der Wahl!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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