Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 20. Oktober 2009

Spuren lübscher Geschichte

Startschuss für größte Ausgrabung Lübecks im Gründungsviertel

Auf dem Gelände zwischen Braun- und Fischstraße, dem Gründungsviertel Lübecks, fiel vorigen Dienstag der Startschuss zur größten Grabung, die in der Hansestadt jemals realisiert wurde. "Und sie ist zurzeit auch bundesweit die wohl größte Grabungsstätte", sagt Bürgermeister Bernd Saxe. Gemeinsam mit Schulsenatorin Annette Borns und Manfred Gläser, Bereichsleiter Archäologie und Denkmalpflege, eröffnete er die Arbeiten auf dem Areal, auf dem Lübeck im Jahre 1143 gegründet wurde.

Begonnen wird auf dem ehemaligen Parkplatz der Dorothea-Schlözer-Schule in der Einhäuschen-Querstraße. Etwa vier Jahre buddeln hier 35 Archäologen, Grabungsarbeiter, Techniker und Restauratoren, um mehr über die Entstehung der Hansestadt herauszufinden. Für das Projekt, das sich auf rund 9.000 Quadratmeter Fläche erstrecken wird, stellte das Bundesbauministerium im Rahmen des Welterbe-Programmes mehr als neun Millinen Euro zur Verfügung. Die Hansestadt beteiligt sich mit rund 800.000 Euro an den Grabungen. Im Dezember 2013 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin wird die Dorothea-Schlözer-Schule abgebrochen (zu Beginn 2010), Ende 2011 folgt die Hanseschule. Damit kann ein über 20 Jahre alter Schulentwicklungsplan für neue Standorte der beruflichen Schulen umgesetzt werden.

Im Zuge der Grabungen soll mit Lübecks größtem Stadtentwicklungsprojekt begonnen werden, die 2015 abgeschlossen sein könnten. "Wir wollen, dass die Menschen wieder in die Innenstadt ziehen und modernes Wohnen sowie kurze Wege genießen können", so Bernd Saxe. 40 bis 50 Millionen Euro werden in das Bauprojekt investiert. Auf 44 ehemaligen Grundstücken sollen etwa 200 Wohneinheiten entstehen, mit Höfen und Terrassen und unterirdischen Garagen.

Doch erst einmal wird gebuddelt und gegraben. Auch mit der Hoffnung, vielleicht Beweise zu finde, dass Lübeck bereits vor 1143 gegründet wurd. "Es wäre wunderschön, dieses Datum zu widerlegen", so Manfred Gläser. Auf einen Münzschatz wie 1984 hoffen die Archäologen allerdings nicht. "Und sicher werden wir auch keine Hansekogge ausgraben", erklärt Gläser mit einem Augenzwinkern.

Die entdeckten Funde sollen der

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