Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 10. November 2009

Flughafen-Ausstieg in Sicht

Autor: Hans-Jürgen Martens

Die Linke

Meistens ist keiner mit einem Kompromiss wirklich zufrieden - in der vergangenen Sitzung der Lübecker Bürgerschaft waren es aber fast alle. Allzu viel wurde allerdings auch nicht beschlossen: Die drohende Insolvenz des Flughafens ist vorerst abgewendet, die endgültige Entscheidung über dessen Zukunft zunächst einmal verschoben. So hat jede Fraktion diesen Kompromiss als kleinen Erfolg für sich werten können, doch wie es am Ende kommen wird, bleibt fraglich. Für die Fraktion DIE LINKE beginnt damit der Ausstieg aus dem Millionengrab Flughafen. Umwelt- und Finanzressourcen sind sinnlos verschleudert worden und die Hansestadt hatte davon kaum einen Nutzen. Die Ursachen für das Flughafendesaster liegen in der Vergangenheit. Der Vertrag mit dem neuseeländischen Investor Infratil war ein Schildbürgerstreich - Billigfliegerei rechnet sich nur für die Aktionäre der Airlines. Wir müssen davon ausgehen, dass die 28 Millionen Euro, die Lübeck in den defizitären Flughafen gesteckt hat, für immer verloren sind. DIE LINKE ist der Auffassung, dass ein Regionalflughafen nicht zur kommunalen Daseinsvorsorge gehört. Deshalb werden wir nicht weitere 4 Millionen Euro in seinen Ausbau pumpen, wie der Bürgermeister es in einer nichtöffentlichen Vorlage gefordert hat. Die Fraktion DIE LINKE ist sich sehr wohl bewusst, welch große Verantwortung die Hansestadt für die über 150 Airport-Mitarbeiter hat - ebenso wie für die Anwohner. Aber eine so hoch verschuldete Stadt wie Lübeck darf ihre geringen finanziellen Mittel nicht in ein Fass ohne Boden, wie der Lübecker Flughafen eines ist, stecken.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de