Ausgabe vom 10. November 2009
Halsschmuck für 26 Millionen Euro
Autorin: Dr. Hildegund Stamm
Lübecker BUNT
Obwohl uns das Thema zum Halse heraushängt, müssen wir uns weiterhin intensiv des Lübecker Flughafens annehmen. Nachdem er wegen einer naiven Vertragsgestaltung mit dem "Inves- tor" nun wieder an die Hansestadt zurückgefallen ist, hängt er wie ein Mühlstein um unseren Hals. Für den niederschmetternden Halsschmuck durften wir an Infratil jetzt auch noch rund 26 Millionen Euro Versagensprämie entrichten. Dass wir nun keine finanzielle Luft mehr bekommen, darf niemanden wundern. Die Bürgerschaft hat dennoch dem wüsten Treiben der Stadtspitze um Bürgermeister Saxe nicht donnernd Einhalt geboten, sondern nach stundenlanger Beratung beschlossen, den Flughafen noch ein paar Monate künstlich am Leben zu erhalten. Das Vorhaben Saxes, die Bürgerschaft zu überrumpeln und zum unrentablen Ausbau zu nötigen, ist aber nicht aufgegangen. Er bekommt stattdessen noch einmal Gelegenheit, das Notfall- und Ausstiegskonzept zu erarbeiten, das er vor Monaten schon hätte vorlegen müssen. Das Vertrauen der Politik in den Verwaltungschef ist längst restlos zerstört. Wir vom Lübecker BUNT sind jedoch die einzigen, die das auch offen formulieren und Saxes Rücktritt gefordert haben. Weil wir nicht daran glauben, dass sich das Vorgehen des Bürgermeisters mit einem Fragenkatalog mit 35 Punkten nachhaltig ändern lässt und der Flughafen nicht mehr zu retten ist, haben wir als einzige in der Bürgerschaft diesem Antrag nicht zugestimmt. Dabei hätten wir nichts lieber als am Ende die Erkenntnis, dass wir mit unserer Einschätzung des ewigen Millionenlochs Flughafen unrecht haben. Daraus wird aber wohl nichts!




