Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 17. November 2009

Lübecker BUNT: Lübecks Plätze - ein Trauerspiel

Autorin: Annette Schulte

Lübecker BUNT

Wir Lübecker haben kein glückliches Händchen bei der Gestaltung unserer Plätze. Die innerstädtischen Freiflächen sind bedeutend für die Aufenthaltsqualität der Gäste und wichtige Treffpunkte und Verweilorte für die Bewohner - ob jung oder alt. Jedoch: Alle Plätze sind in einem traurigen Zustand und können ihre Qualität nicht entfalten. Klingenberg, Schrangen, Radbruch-Platz, Markt und auch der Koberg sind eigentlich besonders schöne Orte mit eindrucksvollen Sichtachsen und unglaublichen Perspektiven. Die Neuzeit und das Diktat der Autogesellschaft hat diese Plätze verwahrlosen lassen. Dies trifft auch zu auf den Koberg, der oft als einer der schönsten Plätze Nordeuropas bezeichnet wird. In Wirklichkeit ist dieses optisch überragende Areal unwirtlich in einem erschreckenden Maß. Dies liegt eindeutig an dem Verkehrslärm, verursacht durch Motoren und das Poltern der Autos, Laster und Busse auf dem Kopfsteinpflaster. Solange hier nichts geschieht, müssen wir uns über Begrünung, Bänke, Marktbuden, Springbrunnen und Kunstobjekte nicht den Kopf zerbrechen, weil dies an der Ungemütlichkeit durch den Lärm nichts ändert. Alle Investitionen in den Koberg werden verpuffen, wenn wir uns dieser Realität weiter versperren. Der Verkehr muss verschwinden. Solange dies nicht möglich ist, sollte er zumindest auf lärmminderndem Aspalt rollen und zum Schritttempo herabgebremst werden. Nur dann hat der Koberg eine Chance. Ihn wieder zum Parkplatz zu machen, halten wir für eine Schnapsidee, die nüchtern betrachtet niemand ernsthaft wollen kann und auch den Geschäftsleuten letztlich nichts nützt.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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