Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 30. März 2010

Ohne Schnee findet’s sich leichter

Fundsachen werden seit dem Tauwetter vermehrt abgegeben

„Die Sachen, gerade Kleinteile tauchen jetzt nach und nach bei uns auf“, lacht Sebastian Steffen, Verwaltungsfachangestellter im Fündbüro der Hansestadt Lübeck. Gerade Schlüssel und Schmuck habe man bei dem vorangegangenen Winterwetter nicht sehen können. Dafür habe man sich in diesem Winter vor Mützen, Handschuhen und anderen Winteraccesoirs nicht retten können. „Ein Schlitten oder Schneeschieber waren aber in diesem Jahr nicht dabei.“

Dass fast alle Fundsachen abgebeben werden müssen, erklärt Peter Wangerin, der Leiter des Fundbüros: „Ab einem Fundwert von zehn Euro aufwärts sind Sie gesetzlich verpflichtet, Funde melden oder abgeben.“ Melde man einen Fund in der Hansestadt, werde der immer eingezogen. „Aus Logistik- und Verwaltungsgründen“, ergänzt die Auszubildende Mandy Schreiber. Dafür bekommen man dann aber auch den gesetzlichen Finderlohn – fünf Prozent bis zu einem Wert von 500 Euro. Tue man dies nicht, mache man sich strafbar. „Fundunterschlagung“, so Wangerin. Wichtig sei zu wissen, dass auch Tiere als Sachen, also wenn aufgefunden auch als Fundsachen gelten.

Hat man eine Fundsache abgegeben und findet sich nach einem halben Jahr Aufbewahrungszeit kein rechtmäßiger Besitzer, darf der Finder in den meisten Fällen den Fund abholen und an sich nehmen. Nach BGB geht die Fundsache dann aber erst nach drei Jahren entgültig in Besitz und Eigentum des Finders über.

„Es gibt sehr viele ehrliche Menschen in Lübeck. Wir haben gut zu tun“, fasst Wangerin zusammen und ergänzt scherzhaft: „Mehr sogar, als oft gedacht.“ Und auch Kinder und Jugendliche brächten oft Fundsachen vorbei. „Entweder ging es von ihnen aus, oder sie wurden von den Eltern daran erinnert, wie sie sich fühlen würden, hätten sie etwas verloren. Aber stolz sind so oder so alle Finder.“ Stolz ist das dreiköpfige Fund-Büro-Team auch, wenn sie die Fundsachen vermitteln können. Neben Kuriositäten wie dem Gebiss im letzten Jahr, seien es oft alltägliche Funde wie Kuscheltiere, Jacken, Taschen, Brillen, Schmuck oder eben auch Fahrräder.   fem

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