Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. März 2010

Billig in die Schulden fliegen

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

„Zahlen die Steuerzahler die Rechnung für billige Flugtickets?“ so fragten die LN schon 2003. Die Frage lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Der Betrieb des Flughafens Lübeck ist abhängig von der Billigfluggesellschaft Ryanair. Die zahlt für die Nutzung des Flughafens so wenig, dass die Flughafen GmbH seit zehn Jahren mit steigenden Fluggastzahlen steigende Verluste erwirtschaftet, die aus dem Haushalt der Stadt ausgeglichen werden. „Die Gesellschaft versucht große Vergünstigungen zu erzielen und erhält diese auch in Form von Subventionen“, heißt es bei Wikipedia. Die Europäische Kommission und Gerichte befassen sich mit diesen Vergünstigungen, auch in Lübeck. Der Zehnjahresvertrag des Lübecker Flughafens mit Ryanair gilt als Geheimpapier, das nicht einmal von Bürgerschaftsmitgliedern gelesen werden darf. Die Ryan­air AG ist mittlerweile, gemessen an Passagierzahlen, die größte Fluggesellschaft Europas. Jetzt, wo das anfängliche Wachstum der Billigfliegerei vorbei ist, will Ryanair noch weniger Nutzungsentgelte zahlen. Der Flughafen Basel hat diesem schlechten Handel vor kurzem ein Ende gemacht und die Zusammenarbeit mit Ryanair gekündigt. Der Flughafen Hahn/Hunsrück wollte von jedem Fluggast eine Gebühr, den so genannten Hahntaler, einnehmen, um seine Verluste zu senken, hat aber darauf verzichtet, als die Firma Ryanair deswegen ihren Abzug von Hahn ankündigte. Als der Flughafen Cardiff seine Abfertigungsgebühren anhob, wurde er nicht mehr angeflogen. Wenn in Lübeck die Passagierzahlen steigen sollen, müssten laut Ryanair „die Abfertigungsentgelte weiter sinken“.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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