Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 06. April 2010

Politik-Legende verabschiedet

Wolfgang Halbedel übergibt Zepter an Sven Schindler und freut sich auf die freie Zeit

Nach vielen Jahren in der Lübecker Politik wurde Wolfgang Halbedel (CDU) am vorigen Mittwoch im Audienzsaal des Rathauses verabschiedet. Ihm zu Ehren versammelte sich ein prominenter Abschiedsreigen aus Politik und Wirtschaft.

Halbedel, der 24 Jahre der FDP angehörte und 24 Jahre der CDU, saß seit 1986 der Lübecker Bürgerschaft. Er war von 1990 bis 1991 ehrenamtlicher Wirtschaftssenator, von 1991 bis 1994 ehrenamtlicher Senator für Tourismus und Travemünde und von 2000 bis zum 31. März 2010 Wirtschafts- und Sozialsenator.

Der 65-Jährige ging aus Altersgründen am 1. April in den Ruhestand – sein Nachfolger ist der SPD-Mann und Architekt Sven Schindler.

Unter Halbedels Feder erwuchsen zahlreiche Tourismus-Projekte wie die Priwall Waterfront, er richtete die Gesellschaft Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) neu ein, trieb den Hafenausbau voran und bündelte den Bereich Soziale Sicherung. Er machte sich für die Integration ausländischer Mitbürger, für Menschen mit Behinderungenund für freie soziale Träger stark.

„Ich gehe mit sehr gemischten Gefühlen in den Ruhestand“, so Halbedel. Einerseits freue er sich auf die freie Zeit, andererseits sei er traurig, dass einige Aufgaben noch nicht abgearbeitet seien. „Ganz vorn steht da natürlich der Flughafen. Und das Aqua-Top in Travemünde“. Stolz ist der Senator a. D. darauf, das Investitionsklima in Lübeck erheblich verbessert zu haben. „Und der soziale Frieden ist sicherer geworden – durch die Soziale Sicherung. Das macht mich sehr stolz“. Seine künftige freie Zeit stellt Wolfgang Halbedel sich so vor: „Viel lesen, viel reisen, die Sonne genießen“. Zu seinen Lieblingsreisezielen zähle Spanien – aber auch Nordeuropa.

Den Ruhestand hat sich das Lübecker Politik-Urgestein wohl verdient. Er werde das politische Leben weiter verfolgen, sich aber keinem „Terminzwang“ mehr aussetzen. „Ich mach’ jetzt erst mal nichts“. Er sei aber generell bereit, als Ansprechpartner, Moderator oder Schlichter bei aufkommenden Problemen zur Verfügung zu stehen.

Bei seinem letzten Termin im Audienzsaal trat Halbedel gewohnt souverän auf. Er beschränkte die Feierstunde auf zwei Reden und machte es kurz: „So, Sie wollen jetzt bestimmt etwas essen. Ich habe zu danken.“ Die weit über 100 Gäste verabschiedeten ihn mit anhaltendem Applaus.         msn/fem

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