Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 06. April 2010

Billig in die Schulden fliegen

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Auch die Pläne zum Ausbau des Flughafens sind ganz auf die Ryanair AG zugeschnitten. Die Hansestadt soll durch eigene Investitionen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Fluggesellschaft Maschinen in Blankensee stationieren kann. Den Bürgerinnen und Bürgern wird gesagt, Ryanair wolle so eine Basis einrichten. Tatsächlich will sich die Fluggesellschaft aber den Stützpunkt von der Stadt bezahlen lassen, wie sie es bereits verlangt hat. Am irischen Flughafen Shannon hat Ryanair seit fünf Jahren eine Basis, die keine Erträge bringt, und verlangt deswegen nun weitere Vergünstigungen vom Flughafen. Billig werden die Tickets auch durch entsprechende Arbeitsbedingungen. Über die Arbeitsverhältnisse im Billigflugverkehr, insbesondere bei Ryanair, heißt es in dem ver.di-Artikel „Ausbeutung über den Wolken“: „Es gibt weder gewerkschaftliche Organisationen noch eine innerbetriebliche Personalvertretung. Ein großer Teil der Piloten und Flugbegleiter wird von Zeitarbeitsfirmen gestellt (ca. 50 Prozent). […] Die Gewerkschaft ver.di und ehemalige Stewardessen, die als Leiharbeiterinnen bei Ryan­air eingesetzt wurden, kritisieren, dass die zahlreichen Leiharbeitnehmer faktisch nur die reine Flugzeit bezahlt bekämen, am Zielflughafen ohne gesonderte Entlohnung Kabinen inklusive Toiletten putzen müssten, nur 20 Tage bezahlten Urlaub im Jahr erhielten, bei Krankheit keine Lohnfortzahlung bekämen, sich mehrmals im Monat unbezahlt am Heimatflughafen in Bereitschaft halten müssten und laut Arbeitsvertrag bei Streik mit Entlassung zu rechnen hätten.“

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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