Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 23. März 2010

Flughafen-Entscheid: Klima II

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Wenn Flugzeug-Emissionen in Bezug auf zurückgelegte Kilometer pro Passagier gerechnet werden, dann lässt sich bei neuestem Fluggerät eine verbesserte Effizienz des eingesetzten Treibstoffs feststellen. Dieser relative Vorteil eines sinkenden Treibstoffeinsatzes pro Passagier wird jedoch durch die Steigerung der zurückgelegten Flugkilometer zunichte gemacht. Von der Firma Ryanair heißt es, sie habe 1997 einen Treibstoffverbrauch von 97 Millionen Litern gehabt, im Jahr 2006 aber schon einen Verbrauch von 1 Milliarde 168 Millionen Litern, der Verbrauch hat sich in diesem Zeitraum also verzwölffacht. Ungünstig auf die CO2-Bilanz wirken sich auch die Kurz- und Mittelstreckenflüge aus, die von Lübeck-Blankensee das Hauptbetätigungsfeld der Fluggesellschaften darstellen. Die Startphase der ersten zwei Kilometer und der Steigflug bis zum Erreichen der Reisehöhe des Streckenfluges sind die treibstoff-intensivsten Abschnitte eines Fluges. Bei einem Kurzstreckenflug von 500 km wird, je nach Maschinentyp, bei Start und Steigflug bis zur doppelten Menge CO2 erzeugt als beim gesamten Streckenflug zwischen den beiden Orten. Bei einem Langstreckenflug von 5000 km macht die CO2-Erzeugung der Start- und Steigflugphase nur ein Achtel des relativ CO2-ärmeren Streckenfluges in Reisehöhe aus. Das (unter anderem) spricht dafür, Reisen im Binnenland und in Europa mit Verkehrsmitteln am Boden zu unternehmen. Bei einem Flug von Hamburg nach Frankfurt erzeugt ein Passagier etwa 120 Kilogramm CO2, bei einer Intercity-Bahnfahrt sind es nur 15 Kilogramm.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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