Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 23. März 2010

Kein Graffiti am Aquatop

Autor: Rita Madaus

Bürger für Lübeck

Die Bewertung von Graffiti reicht von „Kunst“ bis „Schmiererei“. Auch bei der Bewertung kommerzieller Kunst, sei es Impressionismus, Expressionismus oder abstrakte Kunst, hat man individuell die Freiheit, ein Werk als künstlerisch wertvoll zu empfinden oder es für sich abzulehnen. Kunst ist weder ein geschützter Begriff noch objektiv messbar. Graffiti mag in Teilen durchaus künstlerischen Kriterien genügen, ist aber vorrangig Verunreinigung von Gebäuden. Prinzipiell ist auch nichts dagegen einzuwenden, der Problematik der Verunreinigung mit den damit verbundenen erheblichen Reinigungskosten durch Stellung geeigneter Flächen zu begegnen. Ein touristischer Kernpunkt an der Strandpromenade in Travemünde ist das Gegenteil einer solchen geeigneten Fläche. Sowohl Travemünder Tagestouristen als auch der „normale“ Sommertourist werden Unverständnis und Abscheu empfinden. Wir alle wissen um die schwierigen Bemühungen, unser Seebad attraktiver zu gestalten, da uns die „Konkurrenz“ den Rang abläuft. Dieses Graffiti-Projekt ist in dieser Hinsicht als kontraproduktiv einzuordnen. Bislang hat Travemünde kein Graffiti-Problem, denn so ist die ungewollte Gebäudeverschmutzung einzuordnen; mit der Freigabe des Aqua-Tops für Sprayer wird dieses Problem per se importiert. Es gibt mit Sicherheit im Lübecker Raum Flächen, die geeignet wären, das Gebäude-Besprayen aus dem Dunst des negativ Besetzten herauszubekommen und eine offene Szene für diese Tätigkeit zu liefern. Nur unser touristisches Aushängeschild Travemünde an einem seiner attraktivsten Plätze ist für die BfL der falsche Ort.

V.i.S.d.P.: Dr. R. Mildner

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