Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 20. April 2010

Endlich Frühling in Lübeck

Ein farbenfrohes Blütenmeer aus 150.000 Blumenzwiebeln

Viele Wochen hieß es für die Mitarbeiter von Stadtgrün und Friedhöfe Wintereinsatz. Bei zunehmenden Temperaturen wurde jetzt noch schnell der ausgebrachte Streusand beseitigt, doch nun kann sich wieder mit der Pflege von Stauden- und Zwiebelbeeten beschäftigt werden.

„Der Winter war zwar lang, aber dafür müssen wir auch erst später mit dem Rasen mähen beginnen“, so Matthias Meyer, Stadtgärtner. Zusammen mit seinen Kollegen Viola von Bühlow und Daniel Natzke hat der Mann mit dem grünen Daumen vor wenigen Jahren 94.500 Chionodoxa-Zwiebeln (hellblau), 15500 Muscari-Zwiebeln (dunkelblau), 9400 Narzissen-Zwiebeln und 16.400 Puschkinia-Zwiebeln (weiß) am Hüxterdamm gegenüber dem ehemaligen Kino Hoffnung gepflanzt. „Die Arbeit hat Früchte getragen“, lobt Bereichsleiter Andreas Tilch das Blütenmeer.

Eine Woche lang waren damals etwa 15 Leute pro Tag beschäftigt. Die Passanten, so Stadtgärtner Meyer, freut‘s und das motiviere ihn, auch wenn einige Lübecker das Zwiebel-Beet am Muttertag wieder als Blumenladen missverstünden.

„Diesen Fächer, der die Passanten auf dem Weg in die Altstadt begrüßt, könne man im Frühling als den schönsten Hintereingang Lübecks bezeichnen“, schwärmt Tilch, in dessen Blüh-Konzept viel Liebe steckt: „Wir haben hier zwei Blühphasen. Hellblaue und weiße niedrig-blühende Zwiebelpflanzen gehen in farbintensive Narzissen und dunkelblau-violette Blüten über, die bis zu 30 Zentimeter hoch werden.“ Je nach Witterung könne man so eine Blühphase von bis zu einem Monat erzielen und dem Passanten Dank des fließenden Übergangs ein abwechslungsreiches Bild bieten. „Zudem“, so Tilch weiter, „habe man bei dem Konzept auch das Schattenwerk der Bäume berücksichtigt, was tolle Licht- und Farbspiele ermögliche.

Ist die farbige Pracht verblüht, kann es der Bevölkerung mit der Beseitigung der braunen Pflanzenteile nicht schnell genug losgehen. Doch hier erwartet Tilch ein Umdenken: „Wir müssen bei diesen Pflanzen einige Zeit abwarten, damit ausreichend Energie in der Zwiebel eingelagert werden kann. Erst danach kann gemäht werden.“ Und so lange man die Pflanzen pflege, habe man einen kostengünstigen Effekt, der Touristen und Einheimischen zu Gute komme.

Aber auch der Seitenstreifen am Verwaltungszentrum Mühlentor blüht derzeit nach Plan: Blaue Krokusse werden Richtung Mühlentorteller erst blau-weiß gestreift und anschließend weiß. Der Mühlentorteller selbst ist ein Stauden- und Zwiebelmix, was nicht unüblich ist. Er muss im zweiten Anlauf nach 2007 noch einmal bepflanzt werden.

Die Wiesen um den Wochenmarkt Brink sind dagegen voller gespendeter Zwiebelblüher: „Zum einen hat der Grüne Kreis gespendet, andererseits spendet uns die Natur selbst tolle Pflanzen“, freut sich Tilch, der gleich noch eine Idee äußert: „Wir haben in Lübeck mehr Zwiebeln als Haushalte. Da könnte eigentlich jeder Haushalt eine Zwiebelpatenschaft übernehmen.“

Damit sich Andreas Tilch, Bereichsleiter Stadtgrün und Friedhöfe, auch für die richtigen Pflanzen entscheidet, wirft er ab und zu einen Blick auf seine Versuchsbeete an der Hüxtertorallee: „Das ist unser Einstellungstest für Pflanzen.“       fem

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de