Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 17. Dezember 2017

Ausgabe vom 20. April 2010

Öffentliche Fütterung einer Airline

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

Es gehört zu den konservativen Zielen, Geld aus öffentlichen Kassen auf private Konten zu verfrachten. Auch die örtliche CDU will zu Lasten des Lübecker Haushalts und des stadteigenen Flughafens für die private Fluggesellschaft Ryan-air Einnahmen und Gewinne sichern. Letzte Woche hat die CDU sogar bestritten, dass Ryanair sich die Flugzeug-Stationierung in Blankensee von Lübeck bezahlen lassen will. Die „Lübecker Nachrichten“ hatten schon vor Jahren berichtet – und mit einem abgebildeten Ausschnitt des entsprechenden Briefes der Fluggesellschaft illustriert - wofür die Stadt aufkommen soll: Hangargrundstücke, Büroräume, Hilfen für neue Fluglinien (300.000 Euro), Drehkreuz (halbe Million) und anderes. Landesmittel (je 1 Mio.) sollen für die Ausbildung der Ryanair-Crew fließen. Die BürgerInnen werden getäuscht mit der Behauptung, die Stadt müsse jetzt nur ein paar Millionen vorweg investieren, dann werde die Airline schon ihre Basis einrichten. Tatsächlich wird die Stadt danach die Basis selbst herzustellen haben, mit weiteren Folgekosten. Ein künftiger privater Investor wird Baukosten für die ersten Abschnitte einer Flughafen-Erweiterung sowieso nicht übernehmen, davon geht auch das der Bürgerschaft vorgelegte „Take-off-Konzept“ aus. Aber es kommt noch heftiger: auf der Internetseite aero.de kündigte die Firma Ryanair schon an, dass nach der Einrichtung einer Basis ihre an den Flughafen zu zahlenden „Abfertigungsentgelte weiter sinken“ müssen. Das alles

zusammen wäre Subventionierung hoch drei und würde unsoziale Kürzungen an anderen Stellen vorantreiben.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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