Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 20. April 2010

Nein zum Prestigeprojekt Flughafen

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Meine süße Heike denkt sehr pragmatisch und vor allem ist sie, wie jede deutsche Hausfrau, sehr bedacht beim Umgang mit Geld. Sie gibt nicht mehr aus als sie zur Verfügung hat – ganz im Gegensatz zu mir. Ich kaufe mir viele „Gadgets“, die sehr viel Geld kosten, weil sie mein Männerherz höher schlagen lassen. Aber ob sie unbedingt wichtig sind? Aber so sind wir Männer: Für eine Carrera-Bahn schlägt unser Herz heftig. Andere wirklich nützliche und wichtige Dinge des Alltags interessieren uns weniger. Nur: Ich muss meine Herzenswünsche mit meinem Taschengeld bezahlen – sagt meine Gute. Ich protestiere und verweise auf Lübecks Flughafen, der auch nicht aus der Taschengeldkasse bezahlt wird, obwohl es sich eindeutig um ein Spielzeug von träumenden Männern handelt. Weil Fliegen so viel Glamour hat und ein eigener Flughafen das Herz höher schlagen lässt, muss das Ding erhalten werden, koste es was es wolle. Aber nicht mit eigenem Geld, sondern aus der Gemeindekasse, in der schon lange ein riesiges Schuldenloch klafft. Die Plakate der Befürworter, die jetzt überall Lübeck verschandeln, sind entlarvend. Sie zeigen ein lachendes Flugzeug, was in sofern ehrlich ist, da angesichts des riesigen Lübecker Schuldenberges nur noch die Fluggesellschaft etwas zu lachen hat, wenn der Flughafen weitere Steuergeld vernichten darf. Es ist schade um die Tonnen bedruckten Werbepapiers, Infopost und einem Fest auf dem Mark mit Bühnenprogramm: Wer bezahlt das eigentlich? Und woher sollen die Millionen für den Flughafen kommen? Wir hoffen, Lübeck bleibt am Sonntag vernünftig und stimmt mit „Nein“.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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