Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 27. April 2010

Mitten in Lübeck braucht neuen Mut

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Mit Brause, Bier und Brezeln ist am Sonnabend der Start des Projektes „Mitten in Lübeck“ gefeiert worden. Wer wollte, konnte hier noch einmal erfahren, was die Hansestadt zwischen Klingenberg und Schrangen in den nächsten Jahren umgestalten wird. Im Mittelpunkt der ursprünglichen Planungen, an der erstmals auch Bürger in einer Ideenwerkstatt beteiligt waren, stand das Zurückgewinnen von Lebens- und Aufenthaltsqualität im Kern des Weltkulturerbes. Dies ist ein hochgestecktes Ziel, das nicht allein mit ein paar neuen Gehwegplatten und Wasserspielen zu erreichen ist. Wir benötigen neben der Umgestaltung dringend ein neues Verkehrskonzept, das den motorisierten Individualverkehr weiter zurückdrängt. Doch an dieses Thema wagt sich derzeit niemand mit offenem Visier heran. Zu groß ist offenbar die Furcht, alte Gräben aufzureißen und erneut eine erbitterte „Autofrei-Debatte“ auszulösen. Wie nötig hier ein mutiges Herangehen wäre, kann man direkt an der Baustelle Klingenberg beobachten: Hier fließt der Autoverkehr aus der Schmiedestraße ununterbrochen. Viele der Autofahrer, die unmittelbar vor den Café-Außentischen Lärm und Abgase hinterlassen, sind nicht etwa Geschäftskunden oder Anlieger, sondern Durchgangsschleicher, die den schnellen Weg durch die Innenstadt suchen. Dass dies nicht gewünscht sein kann, war vor vielen Jahren schon einmal Konsens und ist in den letzten Jahren aber immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Wir können daher nur hoffen, dass die Umgestaltung Lust auf mehr macht und sich Lübeck nach und nach mehr Freiräume gegen das rollende Blech erkämpft.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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