Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 04. Mai 2010

Das Licht bleibt aus – endgültig

Koberg-Kunstwerk wird in Kürze zurückgebaut

Der Koberg – niederdeutsch für Kuhberg – war bis etwa 1200 eine einfache Viehweide. Vermutlich 1215 mit Errichtung des „Hoghehus“, Koberg 2, wurde aus der sandigen Kuppe ein Platz für die Bürger. Als Gerichts-, Turnier und Marktplatz fungierte der Koberg bis zur Umgestaltung 1888. Von da an galt er mit seinem Geibel-Denkmal, mit Bäumen und Blumenrabatten als Beispiel für einen typischen wilhelminischen Denkmalplatz, ab 1910 sogar mit Straßenbahnanbindung.

Anschließend wurde viel gebaut, rückgebaut, geplant und verworfen. Die zunehmende Verkehrsbelastung ließ aus dem Platz einen Verkehrsknotenpunkt werden, auf dem sich die Menschen zurückgedrängt fühlten. Eine „Initiative Menschenfreundlicher Koberg“ entwarf ein neues Konzept und veröffentlichte es: „Koberg heute, gestern und morgen; Botsch, Martin [Red.]“

Teilweise umgesetzt 2008 dann wieder ein neues Konzept: Kunst auf dem Koberg. Eine Lichtskulptur wird dank finanzieller Unterstützung durch die Possehl-Stiftung gebaut und der Öffentlichkeit präsentiert. Kinder turnen auf blinkenden LED-Balken, eine Lichtchoreografie soll sich äußeren Einflüssen anpassen. Dazu kommt es nie und die Bevölkerung zeigt sich geteilter Meinung, bis das Lichtobjekt durch Beschädigung ganz ausfällt. Im November 2009, rund ein Jahr nach „Enthüllung“ des Kunstwerks, forderte die Bürgerschaft den Fachbereich 5, Planen und Bauen, auf, zu prüfen, ob zusätzliche Sitzgelegenheiten auf dem Koberg und eine stärkere Bepflanzung möglich seien und ob/wann mit einer dauerhaften Instandsetzung des Leuchtquadrats zu rechnen sei.

Franz-Peter Boden, Bausenator, nahm dazu Stellung: „Die Lichtskulptur wird in Absprache mit der Possehl-Stiftung in Kürze rückgebaut. Wir sind der Auffassung, dass der Koberg anschließend eine  bauliche und geistige Pause bekommen sollte, bis 2011 die Fahrbahn um den Koberg grundhaft saniert wird.“

An die Zukunft wird trotzdem schon rudimentär gedacht: Zum Parkplatz werde der Koberg gewiss nicht, eine Bewirtschaftung durch Gastronomie sei jedoch eine gute Möglichkeit. Weihnachtsmarkt, Weinfest und andere Veranstaltungen seien vom Rückbau des Kunstwerks nichts betroffen: „Hier kann alles ganz normal stattfinden.“

Franz-Peter Boden steht dabei auch persönlich hinter der Entscheidung von Renate Menken, Vorsitzende des Stiftungsvorstand der Possehl-Stiftung: „Die Entscheidung ist absolut sinnvoll. Nachdem sehr viel bewegt werden sollte und die gewünschte Einmaligkeit des Platzes nie erreicht wurde, sollte man sich nun rechtzeitig von der Lichtkunst auf dem Koberg verabschieden.“ Einen Großteil der verbauten Elemente könne man aber an anderer Stelle wiederverwenden.       fem

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