Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 11. Mai 2010

Hohe Anforderungen an Welterbe-Stätten

Die Hansestadt Lübeck entwickelte einen Management-Plan für die Altstadt

n Die Hansestadt Lübeck ist Deutschlands älteste Welterbe-Stadt – seit 1987. Im Jahr 2005 beschlossen die Unesco-Gremien, dass jede Welterbestätte einen verbindlichen Management-Plan aufzustellen hat. Die Bürgerschaft beschloss am 28. November 2008 die Erstellung des Management-Plans für die Lübecker Altstadt. Ziel ist es die Bewahrung der Integrität und Authentizität der Welterbestätte. Der Plan ist jetzt fertig und wird am Dienstag, dem 18. Mai, um 19 Uhr in der Großen Börse des Rathauses der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Die Unesco hat die Anforderungen an Welterbe-Stätten verschärft. Die Hansestadt war aufgefordert, Abgrenzungen und Pufferzonen zu entwickeln, jetzt folgt der Management-Plan als dritter Schritt“, sagt Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). Lübecker Bürger könnten bei der Info-Veranstaltung Ideen und Anregungen einbringen. Dann wird der Plan in den Fachausschüssen beraten, ein Bürgerschaftsbeschluss ist für die Septembersitzung geplant.

„Der Management-Plan istkein Denkmalplan“, führt Boden weiter aus. „Die Alstadt lebt von ihrer Multifunktionalität, sie ist kein Museum“. Hier verbinde sich Wohnen, Einkaufen, Leben und Bewahren.  „Wir wollen auch in der Welterbe-Stätte modernes Wohnen ermöglichen“, erläutert Antonius Jeiler, Unesco-Welterbekoordinator. Ein Beisiel dafür sei das Gründungs-Viertel, wo nach den Ausgrabungen ein moderner Wohnkomplex entsteht.

Der Leiter der Archäologie und Denkmalpflege, Manfred Gläser, nennt die Summe, die nachweisbar in den letzten 30 Jahren in die Lübecker Altstadt geflossen sind: 1,5 Milliarden Euro durch Investitionen aller Art.  Wichtige Punkte im Management-Plan sind der Erhalt des baukulturellen Erbes als vorrangigste Aufgabe und das Erbe als außergewönliches Potential und Impulsgeber für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung Lübecks zu sehen. Die historische Bausubstanz, die Stadtstruktur mit ihren kleinteiligen Parzellen, das Straßennetz und die Plätze sowie die prägnante Stadtansicht sollen dauerhaft bewahrt bleiben. Die Öffentlichkeit soll für die Bedeutung des Welterbes sensibilisiert und die Zusammenarbeit der relevanten Akteure optimiert werden. Auch die Verbesserung der Luft- und Aufenthaltsqualittät durch Verringerung des Kfz-Durchgangverkehrs steht auf der Prioritätenliste.

Der Management-Plan kann  im Internet unter www.luebeck.de, „Aktuelles“ heruntergeladen werden.             msn

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