Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 18. Mai 2010

Fahrradfreundliches Lübeck

Zwischenbericht zeigt Besserungen, Möglichkeiten und Defizite auf

„Wie wird Lübeck fahrradfreundlicher?“ Die Bürgerschaft verabschiedete dazu in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Beschlüsse, die in die Erarbeitung eines Programms „Fahrradfreundliches Lübeck“ einflossen sowie zur Einrichtung des „Runden Tisches Radverkehr“ führten, der sich viermal im Jahr trifft.

Im Dezember 2007 stellte die Bürgerschaft zusätzlich rund zwei Millionen Euro für die Sanierung von Radwegen zur Verfügung. Ursprünglich sollte dieses Geld für den Neubau der Stadtgraben-Brücke verwendet werden.

Eine erste Bilanz der Bemühungen zieht der aktuelle Zwischenbericht des Lübecker Fahrradbeauftragten Hans-Walter Fechtel. In den Jahren 2008 und 2009 wurden in der Hansestadt zusammen rund vier Millionen Euro für radverkehrsbezogene Maßnahmen ausgegeben – davon 3,3 Millionen Euro durch die Stadt. Das ist eine Steigerung der Ausgaben von 25 Prozent gegenüber den Vorjahren.

Das Hauptaugenmerk der Radverkehrsförderung in Lübeck liegt auf folgenden Punkten: Verbesserung des baulichen Zustandes der Radwege, fahrradfreundlichere Gestaltung der großen Knotenpunkte/Kreisverkehre, Entwicklung und Realisierung von fahrradfreundlichen Hauptverbindungen sowie die Erhöhung der Radverkehrssicherheit durch Verkehrsaufklärung und Verkehrsüberwachung.

Neugebaut wurden in 2008 und 2009 folgende Radwege: Nordtangente im Bereich Einsiedelstraße/Josephinenstraße (1,1 Kilometer), Nordtangente im Bereich Hafenstraße (920 Meter), St. Lorenz-Brücke (440 Meter), Seelandstraße/Alt-Herrenwyk (1,8 Kilometer) und Carl-Gauß-Straße (1,1 Kilometer). Hier betrugen die anteiligen Kosten der Hansestadt rund 1,2 Millionen Euro.

In den vergangenen zwei Jahren sanierte die Hansestadt überdies rund zwölf Kilometer straßenbegleitende Radwege – wie an der Kücknitzer Hauptstraße, Buntekuhweg, Posener Straße, Hüxtertorallee, Possehlstraße, Berliner Straße, Katharinenstraße, Lachswehrallee. Geplant ist in diesem Jahr unter anderem die Sanierung der straßenbegleitende Radwege an der Schönböckener Straße, Solmitzstraße und an der Travemünder Landstraße. Der Bereich Stadtgrün erneuerte auf rund 7,4 Kilometer die Kiesdeckschichten auf selbstständigen Geh- und Radwegen für rund 200.000 Euro.

Abmarkierte Radfahrstreifen wurden auf der Marienbrücke/Marienstraße sowie auf dem Mönkhofer Weg angebracht. In den Jahren 2008 und 2009 sind 150 Radfurten erneuert und etliche davon zusätzlich rot eingefärbt worden. Geprüft wird derzeit von der Bauverwaltung derzeit, welche Einbahnstraßen auf der Altstadtinsel in beide Richtung für Fahrradfahrer geöffnet werden können

Thematisiert wird in dem Zwischenbericht auch die Unfallentwicklung mit Radfahrern. Die Unfallzahlen der Radfahrer erhöhten sich von  476 im Jahr 2002 auf 689 Unfälle im Jahr 2008. 23 Prozent der Radfahrer verunglückten bei Alleinunfällen. Als häufigste Unfallursachen werden Trunkenheit, die Nutzung der falschen Fahrbahn, zu hohe Geschwindigkeit, Vorfahrtverletzungen und Fehler beim Abbiegen der Unfallgegner genannt. Besonders gefährlich für Radfahrer sind die sogenannten Radialstraßen zur Altstadt, also Fackenburger Allee, Ratzeburger Allee, Schwartauer Allee, Moislinger Allee und Brandenbaumer Landstraße sowie die Ziegelstraße und die Marlistraße. Problematisch sind weiterhin die Kreisverkehre wie der Lindenteller. Hier werden alternative Verkehrsführungen geprüft. Für 2010 ist unter anderem die Abmarkierung von Radfahrstreifen auf der Straße An der Untertrave und Kanalstraße geplant sowie auf der Puppenbrücke stadtauswärts.

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