Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 18. Mai 2010

Nur Alibi-B├╝rgerbeteiligungen?

Autor: Wolfgang Drozella

FDP

Immer wieder wurden die Bürger der Hansestadt Lübeck aufgerufen, sich an Ideen-Wettbewerben oder Workshops zur Umgestaltung von Plätzen und Straßen zu beteiligen. So gab es unter anderem Workshops zur Gestaltung der „Neuen Mitte“ für den Bereich Klingenberg, Workshops im Rahmen des Städteumbaus West für die „Neue Mitte in Buntekuh“ und groß aufgemachte Ideenaktionen für die Neu- und Umgestaltung des Berliner Platzes. Die interessierten Anwohner wurden in aller Regel von professionellen Stadtplanern bei der Entwicklung ihrer Ideen und Wünsche geleitet. Leider kommt bei den Bürgern immer mehr eine gewisse Enttäuschung hoch, wenn nach den groß angekündigten Ergebnissen und den Plänen die Umsetzung der Bürgerideen und -wünsche auch noch nach Jahren ausbleibt. Die Ideen der am Gemeinwohl interessierten Bürger platzten oftmals wegen fehlender Finanzierungsmittel oder wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse. So warten zum Beispiel die Anwohner schon seit einigen Jahren auf die Realisierung eines prämierten Vorschlags zur Umgestaltung des Berliner Platzes, der auch in diesem Jahr – wie bisher – mit kurzzeitiger Bepflanzung als „Interimslösung“ gestaltet wurde. Beteiligung der Bürger ist wichtig, richtig und zu unterstützen. Bürgerbeteiligung darf aber keine „Alibi-Veranstaltung“ der Parteien und Verwaltung sein, bei der die Interessierten nur Statisten für Öffentlichkeitsarbeit sind. Den Bürgern muss vorher deutlich gemacht werden, ob die Finanzierung der Ideen machbar ist und in welchen Zeiträumen sie zu realisieren sind.

V.i.S.d.P.: Thomas Rathcke

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