Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 18. Mai 2010

Mangelnde Integration kommt teuer

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt mangelnde Integrationspolitik junger Menschen in die Arbeitswelt die Bundesrepublik teuer zu stehen: Die Stiftung schätzt den Schaden auf über 50 Milliarden Euro im Zeitraum von 2007 bis 2015. Diese gewaltige Summe berechnet sich aus 13,4 Milliarden Euro an direkten und 15,9 Milliarden Euro an indirekten Kosten, die derzeit zusätzlich aufgebracht werden müssen, weil Integration und Ausbildung nicht optimal funktionieren. Hinzu kommen Wertschöpfungsverluste in Höhe von 21,5 Milliarden Euro durch den nachträglichen Erwerb von Berufsabschlüssen von gering qualifizierten Arbeitnehmern. Eine andere Studie nennt sogar jährliche Kosten von rund 20 Milliarden Euro, die durch unzureichende Integration entstehen. Was folgt daraus? Wir dürfen in Zeiten der leeren öffentlichen Kassen auch auf lokaler Ebene nicht den Fehler machen, bei der Integrationspolitik den Rotstift anzusetzen. Denn das hätte für Lübeck einen verhängnisvollen Langzeiteffekt und würde den Haushalt mit Zeitverzögerung um ein Vielfaches der Einsparsumme belasten. In Lübeck hat nahezu jeder fünfte Bürger einen Migrationshintergrund. In der Altersgruppe der Zwei- bis Fünfjährigen ist es sogar jedes dritte Kind, das familiäre Wurzeln außerhalb Deutschlands hat. Wir dürfen daher in unseren Anstrengungen um eine gezielte Sprachförderung in Kindergärten und Schulen nicht nachlassen und müssen uns auch weiterhin massiv um berufliche Integration bemühen – auch wenn dies anstrengend erscheint und Geld kostet. Denn unser Nachwuchs ist unsere Zukunft und lohnt jede Investition.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de