Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 25. Mai 2010

Wie war es früher in Eichholz?

Treffpunkt Eichholzer Mehrgenerationenhaus

In über 500 Mehrgenerationenhäusern in Deutschland treffen sich täglich etwa 100.000 Menschen. Menschen jeden Alters finden dort nachbarschaftliche Hilfe, Dienstleistungen, Beratungs- und Freizeitangebote.

Auch das Mehrgenerationenhaus (MGH) Lübeck-Eichholz im Brandenbaumer Feld 29 ist Teil dieses Netzwerkes.

In der vergangenen Woche fand ein Gespräch zwischen Kindern und Vertretern der Generation ihrer Eltern und Großeltern über das Leben in Eichholz in den 50er bis 70er Jahren statt.

Zusammen mit Lehrerin Heinke Pohl von der Anna-Siemsen Regionalschule bereiteten Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klassen Fragen an die ältere Generation vor. Die älteren Eichholzer brachten ihre persönlichen Erinnerungen, Fotos und Geschichten mit: Wie sah es in diesem Stadtteil aus, wo waren Häuser, wo Wiesen, wo haben sie gespielt, gewohnt, eingekauft? Wie hat man überhaupt gelebt in den 50er, 60er und 70er Jahren? Was waren damals die wichtigsten Gesprächsthemen, worüber freute man sich, was bereitete Probleme? Was war anders als heute?

Die Kinder hatten viele Fragen und die Eichholzer erinnerten sich gern an ihre Kindheit. Unter ihnen auch Roswitha Kaske, Bürgerschaftsmitglied der CDU, und Eckard Maaß. Dieser hat in dem Nachlass seiner Tante, einer Geschäftsfrau aus Eichholz, viele spannende Sachen entdeckt. „Das schmeiß ich nicht weg“, dachte sich der heute 70-Jährige. Und bei einem Computerkurs (Enter Alt) im Mehrgenerationenhaus habe er dann von dem Treff zur Stadtteilgeschichte erfahren. Zusammen mit Roswitha Kaske tauschte er Grundschulerinnerungen aus, die klei-

nen Eichholzer lauschten gespannt. Auch die Bastel- und Hobbygruppe „Biene“, ein Angebot für Mädchen von 6-10 Jahren, mittwochs 15-17 Uhr, schaute bei den älteren rein - und brachte gleich Basteleien mit. So gab es auch gleich das nächste Gesprächsthema am Tisch von Herrn Maaß: Spielen und Basteln früher. Das Café-Team im MGH sorgte für frischen Kuchen und Bewirtung sorgen. Außer Kaffee, Kakao und Tee gibt es nun auch Espresso, Cappuccino und Milchkaffee sowie Latte Macchiato zu trinken.

Kathrin Fredebohm, Koordinatorin im MGH, zeigte sich zufrieden: „Unser Ziel, die Zusammenführung der Generationen, ist uns gelungen. Etwa 40 ältere und 20 junge Eichholzer haben sich in unserem Café der Generationen getroffen und ausgetauscht.“

Das Haus selbst werde gut angenommen, bei den Kinderangeboten sei die Nachfrage aber geringer. „Da darf gern noch was passieren“, spornt Kathrin Fredebohm an. Die 56-Jährige ist stolz, so viele verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. „Wir sind nicht die Volkshochschule, wir halten auch keine Vorträge, bei uns lernt jeder von jedem, indem man sich unterhält.“ So, wie es früher in den Großfamilien üblich gewesen sei. Sie verweist wieder auf die neue AG „Heimatgeschichte“: „Man sieht schon allein an diesem Haus, wie sich die Umgebung in den Jahren ständig verändert. Unser jetziges MGH war schon Kindertagesstätte, Bücherei und Jugendtreff.“

50 Angebote führt das Mehrgenerationenhaus derzeit - für jeden im Stadtteil soll etwas dabei sein. Und es gäbe noch Kapazitäten: „Am Abend und an den Wochenenden können wir noch Gruppen oder Angebote unterbringen. Gern auch mehr Dinge für Jugendliche“, ruft Fredebohm auf. „Derzeit suchen wir Sponsoren für einen neuen Breakdance-Workshop sowie Ehrenamtliche und Sponsoren für den ‚Garten für Kinder‘. Jeder Unterstützer darf sich gern bei uns melden.“ Auch Veranstaltungen an bestimmten Tagen dürfe es gern noch öfter geben. Dafür aber brauche es Menschen, die mit Liebe und Kreativität die Veranstaltungen organisieren.

Nach einem Jahr Tätigkeit im MGH zieht Kathrin Fredebohm Bilanz: „Es ist schon viel in Gang gekommen, aber wir haben auch noch viel vor.“ Und das gehe eben, wie auch früher schon, nicht allein. Das Mehrgenerationenhaus Eichholz befindet sich im Brandenbaumer Feld 27-29, Telefon 0451/6132240. Wer per Bus hinfahren möchte: Haltestelle ist die Guerickestraße. fem

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