Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 25. Mai 2010

Pflege muss individuell sein!

Autor: Wolfgang Drozella

FDP

Ein durchaus überlegenswerter Gedanke ist der Vorschlag aus dem Bundesfamilienministerium, das Recht auf zwei Jahre Pflegezeit für alle einzuführen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine gesetzliche Regelung wäre allerdings die falsche Lösung. Vor allem dürfen bei diesem gesellschaftlichen Thema die finanziellen Risiken nicht einseitig beim jeweiligen Betrieb abgeladen werden. Wir fordern stattdessen flexible und individuelle Lösungen auf Unternehmensebene, um den Herausforderungen der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Wir sollten die vielen guten Arbeitszeitmodelle aus der Praxis bekannter machen, statt eine staatliche Einheitslösung festzuschreiben. Denn diese würde nur in den seltensten Fällen passen. Zudem ist eine Professionalisierung der Pflegeangebote notwendig, um Betrieben und Mitarbeitern den Umgang mit dem schwierigen Pflegethema zu ermöglichen. Hierzu gehört die Ausschöpfung aller Potenziale bei ambulanten Pflegeangeboten ebenso wie eine gut ausgebaute Pflegeinfrastruktur, zum Beispiel mehr Angebote für Tagespflegeplätze. Mit Löhnen für die Pflege, die weit unter dem Existenzminimum liegen, ist aber eine zeitgemäße und qualifizierte Pflege nicht möglich. Wir werden uns als FDP-Fraktion in den zuständigen Gremien der Hansestadt für den Ausbau der ambulanten Pflege einsetzen. Es darf nicht sein, dass die Anbieter von Pflege mit Beträgen abgerechnet werden, die letztlich nach Abzug der gesetzlichen Abgaben auf Kosten der Pflegekräfte gehen.

V.i.S.d.P.: Thomas Rathcke

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