Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 25. Mai 2010

Neue Chance für den Schrangen

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Der Schrangen wird doch nicht mit einem Café mit Aussichtsplattform bebaut. Mit dieser Nachricht überraschte jetzt Bausenator Boden in einem Interview. Während im Internet die Bauverwaltung weiterhin den umstrittenen Ziegelklotz unterhalb der Marienkirche auf dem Schrangen präsentiert, ist Boden zur Einsicht gekommen, dass die Bebauung nicht zu finanzieren sei und deshalb auf sie verzichtet werden sollte. Darüber müssen wir uns nicht grämen, erinnern wir uns noch zu gut daran, dass die Mehrzahl der Bürger sich mit dieser Art von Bebauung nicht anfreunden konnte. In der Innenstadt fehlt es nach wie vor an Begrünung, an Wasserspielen und kostenlosen Sitzgelegenheiten. Viele Bürger, die sich die Ergebnisse des Wettbewerbs angeschaut hatten, kritisierten den Gebäudeentwurf und plädierten für eine freie Gestaltung mit Pflanzen, Bäumen und Wasserläufen. Dabei gab es durchaus Architektenentwürfe, die diesem Bedürfnis Rechnung trugen und nur deshalb nicht berücksichtigt worden waren, weil sie kein Gebäude enthielten. Es dürfte somit leicht sein, schnell zu einer attraktiven Platzgestaltung zu kommen, ohne einen neuen Entwurfswettbewerb auszurufen. Die Öde des tot wirkenden und hässlich asphaltierten Schrangens hat Lübeck viel zu lange ertragen müssen, als dass man sich jetzt noch lange Besinnungsrunden leisten könnte. Denn anstatt dem benachbarten Kaufhaus die Steuern zu erlassen, wie es der Bürgermeister möchte, sollte Lübeck lieber in ein attraktives Umfeld investieren. Dies würde den Bürgern und Gästen nützen und somit auch der Geschäftswelt und dem insolventen Karstadtkonzern.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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