Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ausgabe vom 01. Juni 2010

Kampf für Universität

Stadt und Bürgerschaft wollen Medizinstandort erhalten

Bürgermeister Bernd Saxe und Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer lehnen auf das Schärfste den Beschluss der Kieler Landesregierung ab, die Medizinerausbildung mit dem Wintersemester 2011/2012, also bereits ab dem kommenden Jahr, an der Universität zu Lübeck einzustellen.

Saxe: „Der Ausstieg aus der Medizinerausbildung ist der Einstieg in die Abwicklung der Universität zu Lübeck. Das hätte fatale Folgen für den Wissenschaftsstandort und die ganze Region. Wachstum und Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen werden fahrlässig gefährdet, die Strukturschwäche der Region würde weiter dramatisch verschärft.“

Schopenhauer: „Hier soll einer Universität mit Top-Rankings – insbesondere in der Medizinerausbildung und international anerkannten Leistungen in der Forschung – die Zukunft genommen werden. Ohne die Medizinerausbildung verliert die Universität ihr Herz und ist auf Dauer nicht mehr überlebensfähig. Ohne Universität wird es auch kein Universitätsklinikum geben – ob in öffentlicher oder in privater Hand.“

Die Lübecker Bürgerschaft wandte sich in ihrer Sitzung am Donnerstag einstimmig gegen Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung, den Medizinstudiengang an der Uni Lübeck einzustellen und sprach sich darüber hinaus gegen eine vollständige Privatisierung des UKSH aus.

Zuvor hatte Bürgermeister Bernd Saxe die Aussprache zu diesem neu auf die Tagesordnung genommenen Beratungspunkt eröffnet. Er versicherte, dass ganz Lübeck und die Umlandregion der Hansestadt „wie eine Frau oder ein Mann hinter der Universität“ stehen würden und sich energisch für den Erhalt des Hochschulstandortes einsetzen würden. Saxe sagte, er sei davon überzeugt, dass vor der Entscheidung der Landesregierung kein Vergleich der Hochschulen in Kiel und Lübeck vorgenommen worden sei, weil man (vorher) wusste, welche der beiden Unis im Ranking besser abschneiden würde. Der Beschluss der Landesregierung widerspreche mit ihrer Entscheidung auch ihrem eigenen Entwurf eines landesweit wirkenden Wissenschaftsstandortes Schleswig-Holstein. Denn in diesem sei Lübeck stets als „der Medizintechnik-Standort des Landes“ bezeichnet worden.

Auch Vertretern des UKSH, darunter dem Chirurgen Dr. Dr. Uwe Roblick, wurde Rederecht in der Bürgerschaft eingeräumt. Roblick warnte davor, dass gut ausgebildete Lübecker Uni-Ärzte das Klinikum innerhalb kürzester Zeit verlassen könnten, würde man diesen hoch qualifizierten Fachkräften keine Perspektive mehr in Lübeck bieten.

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