Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. April 2019

Ausgabe vom 04. August 1998

Editorial

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Seit dem 1. August gilt die neue Rechtschreibung. Wir müßten also ab dieser Ausgabe alle Texte nach den neuen Regeln schreiben. Müßten. Wir tun es (noch) nicht, weil sich die Schleswig-Holsteiner bekanntlich erst am 27. September entscheiden, wie sie künftig zu schreiben gedenken. Ob sie das dann auch wirklich dürfen, entscheidet danach wahrscheinlich noch die Politik.

Obwohl in vielen Regionen der Bundesrepublik bereits anders gesprochen wird als bei uns im hohen Norden, will sich in der Redaktion Ihrer Stadtzeitung (SZ) das erhebende Gefühl einfach nicht einstellen, etwas Besonderes, ja Außergewöhnliches zu sein wie beispielsweise jene berühmten Comicfiguren "Asterix und Obelix", die mit ihren gallischen Freunden in einem kleinen Dorf standhaft den um sie herum herrschenden Römern Paroli bieten.

Ob es daran liegt, daß wir täglich mit der Sprache umgehen und deshalb nur allzugut wissen, daß sie sich permanent wandelt? Oder doch eher daran, daß wir den Aufschrei von heute vermißt haben, als unsere Eltern lernen mußten, daß Hamburger nicht die Bewohner einer Großstadt sind, sondern etwas Eßbares? Damals jedenfalls fanden die Menschen das schick; es galt als Zeichen von Weltoffenheit. Und heute?Europa wächst zusammen, und quer durch die Republik streiten die Menschen darüber, ob sie jetzt "daß" oder "dass" schreiben müssen. Wir finden:Kleine Karos sind out!

Ihre SZ-Redaktion

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