Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 01. Juni 2010

Rohr-TÜV nicht bei Privathaushalten

Autor: Thomas Rathcke

FDP

In der Diskussion um den sog. „Abwasserrohr-TÜV“ wollen wir die Bürokraten des Umweltministeriums und der nachgeordneten Stellen nicht gleich zum Mond schicken - zum Nachbarn Mecklenburg-Vorpommern reicht, denn dort könnten sie lernen, wie man für und nicht gegen die Bürger arbeitet. Zum Thema „Abwasserrohr-TÜV“ kommen aus Kiel Vorgaben, die viele Prozesse vor den Gerichten zur Folge haben werden. Wir meinen, dass in Kiel DIN-Normen, EU-Vorgaben, Gewässerschutz und Landeswassergesetze usw. zusammengemixt wurden und zum Wohle Interessierter auf Kosten der Grundstückseigentümer geschluckt werden sollen. 75 % der Fläche in SH werden landwirtschaftlich genutzt. Auf ihr werden Gülle, Pestizide usw. ohne TÜV zum Schutz des Grundwassers ausgebracht. Weit auseinander gehen die Annahmen über die schadhaften Leitungen. Die Förderer des Abwasserrohr-TÜVs behaupten, dass über 50 % aller Abwasserleitungen schadhaft sein sollen. Praktiker halten diese Behauptungen für völlig überhöht. Es gibt nach wie vor keine deutlichen Vorgaben, wie und nach welchen Regeln der Abwasser-TÜV durchzuführen ist.

Es ist für uns selbstverständlich, dass bei Neubauten und Umstellungen auf Trennsysteme die Leitung nach den neuesten Erkenntnissen auf Dichtigkeit zu testen sind.

Wir lehnen aber den pauschalen Generalverdacht ab, der die Bürger zwingt, einen sehr überzogenen Abwasserrohr-TÜV zu bezahlen. Wir erwarten, dass das Umweltministerium sachgerechte, verhältnismäßige und pragmatische Regeln zum Abwasser-TÜV vorlegt.

Mecklenburg-Vorpommern hat private Grundstücke von den Verpflichtungen ausgenommen.

V.i.S.d.P.: Thomas Rathcke

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