Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. Juni 2010

Grabungen im Gründungsviertel

Archäologen geben einen Einblick in die spannende Stadtgeschichte

Bereits seit April bietet der Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck regelmäßig Führungen durch die Grabungen im Gründungsviertel an. Denn dort wird seit Oktober 2009 der Boden zwischen der Braun- und der Alfstraße archäologisch untersucht. Dank der 700 Quadratmeter großen Halle konnten die Grabungen trotz des schlechten Wetters im vergangenen Winter planmäßig fortgesetzt werden. Damit alle Lübeck-Besucher sowie die Bürgerinnen und Bürger am Fortgang der Ausgrabungen teilhaben können, hat die Hallenfront an der Braunstraße Fenster.

Die regelmäßigen öffentlichen Führungen, die immer montags angeboten werden, finden bei Lübeck- und Archäologie-Interessierten einen sehr großen Zuspruch. Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung wird zu Beginn der Führungen erhoben und beträgt für Erwachsene zwei sowie für Kinder bis 16 Jahre einen Euro.

Den Besucher der Grabungen erwartet neben vielen Informationen zur Stadtgeschichte auch ein außergewöhnlicher Einblick in das damalige Leben. Die öffentlichen Führungen beginnen montags (außer an Feiertagen) um 14 Uhr in deutscher Sprache, und an jedem ersten Montag eines Monats um 15 Uhr in englischer Sprache. Darüber hinaus ist es möglich, zu den gleichen Gebühren zusätzliche Gruppen-Führungen (etwa 10 bis 25 Personen) an anderen Terminen und in weiteren Sprachen (Dänisch oder Polnisch) zu vereinbaren.

Treffpunkt für alle Führungen ist jeweils der südöstliche Eingang zur Grabungs-Halle gegenüber dem Restaurant „Altstadt Bierhaus“ in der Braunstraße 19. Aufgrund der vorhandenen Platzkapazität in der Grabungshalle ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen pro Führung begrenzt.

Die ideale Ergänzung zum Besuch der archäologischen Befunde ist ein Aufenthalt im Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie (Hinter der Burg 2-6, 23552 Lübeck, www.die-luebecker-museen.de). Dort werden die Besucher Zeuge, wie außergewöhnlich facettenreich sich das Repertoire der kulturgeschichtlichen Hinterlassenschaft Lübecks als „Königin der Hanse“ präsentiert!

Hintergrund: Bis zum 31. Dezember 2013 erforschen die Archäologen 44 Grundstücke von insgesamt 9000 Quadratmeter Stadtgrundrissfläche. Finanziert werden die Grabungen aus dem „Investitionsprogramm für nationale Welterbestätten“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Mit neun Millionen Euro fördert der Bund die archäologischen Grabungen, die als Voraussetzung für die städtebauliche Neuordnung notwendig sind.

Mit dem mittelalterlichen Stadtkern der Hansestadt Lübeck und ihren in der Zeit der Hochgotik errichteten Gebäude-Strukturen sowie ihrem archäologischen Erbe im Untergrund wurde 1987 erstmals in Nordeuropa ein ganzes Altstadtquartier von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. Die gesamte Lübecker Innenstadt ist als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen. Vor einer Neubebauung müssen daher die Archäologen zunächst Grabungen durchführen. So auch im Gründungsviertel.

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