Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. Juni 2010

Protest in Kiel für Lübecks Uni

Bürgerschaft hielt erste Sitzung außerhalb der Hansestadt seit 800 Jahren ab

60 Mitglieder der Bürgerschaft und rund 300 Begleiter zogen am Freitag vor das Landeshaus in Kiel. Hinein durften sie nicht. Dafür gab es Unterstützung vom Wetter: Als die erste Sitzung der Bürgerschaft in ihrer über 800-jährigen Geschichte außerhalb der Stadt begann, schien die Sonne.

Frank-Thomas Gaulin (SPD) hatte in der letzten Sitzung der Bürgerschaft den Vorschlag gemacht: Wir müssen nach Kiel fahren. Dort könnten die Medien den Lübecker Protest gegen die Schließung der Uni nicht ignorieren. Und er hatte Recht. Alle Fernseh- und Radiosender waren mit Teams vertreten. Die Bühne vor dem Landtag war außergewöhnlich genug, um in der aktuellen Berichterstattung berücksichtigt zu werden.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka nahm an der Sitzung der Lübecker Bürgerschaft teil. Er halte sich seine Entscheidung offen, betonte er. CDU und FDP haben im Landtag aber nur eine Stimme Mehrheit, um das Sparpaket zu beschließen.

„In Lübeck behandelt man seine Gäste nicht so“, eröffnete Bürgermeister Saxe die Sitzung im Vorgarten des Landeshauses. Dabei bekamen die Lübecker durchaus Unterstützung: Die Grüne Landtagsfraktion versorgte sie mit Getränken. Die Linken verteilten Kieler Sprotten aus Schokolade. Der viel kritisierte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Jost de Jager blieb im Landeshaus. Dort wurde ein bundesweiter Empfang für Schornsteinfeger begangen.

Am Sonntag sprachen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Uni-Präsident Prof. Peter Dominiak über die Zukunft der Lübecker Uni. Das Ergebnis: Die Uni wird ein eigenes Sparkonzept vorlegen.         vg

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