Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. Juni 2010

Lübeck kämpft um seine (ganze) Uni

Autor: Jens Schulz

Die Linke

Die schwarz-gelbe Landesregierung will die Medizinerausbildung in Lübeck ab 2011 auslaufen lassen. Gleichzeitig werden Verkauf und Privatisierung des Universitätsklinikums vorbe-reitet. Damit nimmt die Landesregierung das Aus für die Uni Lübeck in Kauf. Und das wissentlich und nachlesbar in einer regierungseigenen Risikoabschätzung. Diese sogenannten „Spar“-Maßnahmen haben in Lübeck breite Empörung ausgelöst. Zum spontanen Widerstand dagegen gehört auch die Sondersitzung der Bürgerschaft vor dem Landeshaus in Kiel, die in diesem für Lübeck existentiellen Punkt Einigkeit zeigt. Wer der Uni Lübeck die Medizin nimmt, der reißt ihr das Herzstück heraus und zerstört damit natürlich ihre Existenzgrundlage. Denn das gesamte Studienangebot der Uni ist um die Medizin herum gruppiert. Erst dadurch ist Lübeck interessant für die Ansiedlung von Forschungsinstituten und wird zum attraktiven Standort für Unternehmen der Medizintechnik. Lübeck ist auf diesen Wirtschaftszweig angewiesen, der mit dem Aus für die Uni zwangsläufig veröden würde. Die Medizinerausbildung lebt in sinnvoller Symbiose mit einem Uniklinikum im Besitz der Öffentlichen Hand. Schließlich ist es das UKSH, das den angehenden Ärzten die wirklichen Ausbildungsplätze bietet. Für die Fraktion DIE LINKE ist der Erhalt des UKSH also nicht vom Erhalt der Uni zu trennen. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir, wohin uns bedenkenloses Privatisieren führt. Die Folgeschäden tragen die BürgerInnen. Lübeck ist aber angewiesen auf die Arbeitsplätze des UKSH und die medizinische Maximalversorgung für Patienten der ganzen Region.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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