Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 22. Juni 2010

Ringverkehr und Schnellbusse

Bürger mit neuen Ideen für den Stadtverkehr

Kürzlich hatte der Stadtverkehr alle Lübecker zu einem Workshop in die MediaDocks eingeladen. Sie sollten ihre Ideen in die Optimierung des Liniennetzes einbringen. Das Interesse war groß: 200 Teilnehmer arbeiteten mit am Busverkehr der Zukunft.

Die Bürgerwerkstatt ist ein Bestandteil der so genannten Liniennetzoptimierung, deren Ziel es ist, die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu senken und vorhandene Fahrgastpotentiale optimal auszunutzen oder neue zu erschließen. Der Stadtverkehr soll rund 2,5 Millionen Euro im Jahr einsparen. Weitere Leistungseinschränkungen sollen aber vermieden werden.

Thomas Zelas vom Stadtverkehr zeigte, welche Technik heute schon eingesetzt wird: Die Standorte aller Busse wird in Echtzeit eingesetzt.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Unsere Fahrgäste haben mit viel Sachverstand und auch Verständnis für die Notwendigkeit von Anpassungen konstruktiv und sachlich diskutiert, Anregungen gegeben und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt“, zog Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehr Lübeck, ein erstes Fazit der Veranstaltung.

Die Vorschläge wurden in fünf Arbeitsgruppen gesammelt. In den Ergebnissen war man sich weitgehend einig. So wurden immer wieder Ringlinien auf dem St.-Jürgen-Ring bis zur Nordtangente und im Innenstadtbereich an der Kanalstraße gefordert. Für Außenbereiche wie Travemünde, Kücknitz und Krummesse wurden Schnellbusse vorgeschlagen.

Dabei müssen viele Verbesserungen nichts kosten. Wenig Sinn macht es zum Beispiel aus Kundensicht, wenn abends im Sternverkehr alle 40 Minuten alle Strecken bedient werden. Hier würden oft mehrere Busse eine fast identische Strecke bedienen. Eine kleine „Sternfahrt“ mit jeweils der Hälfte der Linien alle 20 Minuten wäre sinnvoller.

Gezeigt wurde auch die neue Bus-Technik: Der Hybrid-Antrieb ist auch für Lübeck im Gespräch. Ein entsprechender Förderantrag ist in Berlin gestellt.

Als ein besonderes Pilotprojekt könnten sich die Teilnehmer den Verkehr nördlich der Trave vorstellen - mit einem eigenen ZOB und enger Anbindung an die Bahn. Durch die Tunnel-Maut sei der Bus hier besonders attraktiv.

Die Ergebnisse und Ideen fließen in die weiteren Planungen für ein neues Liniennetz mit ein. Alle Teilnehmer werden im weiteren Verlauf darüber informiert, wie die Ergebnisse der Arbeit berücksichtigt wurden.

Das Gesamtkonzept für ein neues Liniennetz soll Ende des Jahres vorliegen, der Beginn der Umsetzung ist für 2011 vorgesehen, nachdem die Bürgerschaft hierüber beraten und beschlossen hat.      vg

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