Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 21. November 2017

Ausgabe vom 29. Juni 2010

Bilanz der Stadtwerke Lübeck

Geplante Investitionen von 50 bis 70 Millionen Euro

Am Donnerstag stellten die Stadtwerke Lübeck ihre Bilanz für 2009 vor. Das Ergebnis ist viel besser als erwartet. Statt geplanter 13,2 Millionen Euro lag der Gewinn von Steuern bei 18,9 Millionen Euro. Den Kunden verspricht das Unternehmen stabile Preise bis zum Jahresende. Mit dem Gewinn soll vor allem die Eigenerzeugung an Strom ausgebaut werden.

Gestärkt aus der Krise

„Die Stadtwerke Lübeck gehen gestärkt aus den Turbulenzen auf den Finanz- und Energiemärkten hervor“, sagte Geschäftsführer Kurt Kuhn. Die Restrukturierung trage erste Früchte. Man habe die Freiheiten bei der Beschaffung nutzen können und neue Großkunden gewonnen. Alleine Hansano kauft im Jahr 85 GWh Strom bei den Stadtwerken.

Seit dem Jahr 2006 fehlen den Stadtwerken durch die Regulierung des Netzbetriebes rund zehn Millionen Euro jährlich. Deshalb setzen die Lübecker darauf, ihr Angebot auf das Umland zu erweitern und so im Bereich Netze wirtschaftlicher zu arbeiten. Einen ersten Erfolg gibt es bereits: Die Gemeinde Ratekau und die Stadtwerke Lübeck gründen eine gemeinsame Netzgesellschaft, die „Regionalnetz Ostholstein Süd.“ Die Gemeinde Ratekau kann mit bis zu 51 Prozent in die Gesellschaft einsteigen. „Die Stadtwerke haben schon frühzeitig eine Netzgesellschaft als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke gegründet und optimal an die gesetzlichen Anforderungen angepasst“, so Geschäftsführerin Annie Lykke Gregersen.

Der Umsatz der Stadtwerke war im Jahr 2009 von 258,3 Millionen Euro auf 247,1 Millionen Euro rückläufig. Grund sind die Preissenkungen vor allem bei Erdgas und Fernwärme. Der Aufsichtsratsvorsitzende Claus Möller verspricht, dass die Preise bis Ende des Jahres nicht angehoben werden.

In Zukunft setzen die Stadtwerke auf mehr eigenen Strom. Zur Zeit liegt der Anteil der Eigenproduktion im Sommer bei rund zwei bis drei Prozent, im Winter bei zehn Prozent. Das Ziel sind 50 Prozent. Claus Möller rechnet mit Investitionen von 50 bis 70 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Ende 2011 sollen zwei neue Windkraftanlagen mit sechs MW Leistung bei Brodten in Betrieb gehen, zwei weitere Anlagen sind im Umland geplant. Die Beteiligung am Kohlekraftwerk Lünen wird ab 2012 weitere 16 MW bringen.        vg

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