Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. Juni 2010

Erst kein Glück und dann noch Pech

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die weltgrößte Konferenz zum Thema Fahrradverkehr, die „Velo-City Global“, tagte gerade in Kopenhagen. Sie bewies einmal mehr, dass dem Verkehrsträger Fahrrad eine überragende Bedeutung für die Stadt der Zukunft beigemessen wird. Der Auffassung, Lübeck befände sich hier auf dem richtigen Weg und komme dem Gütesiegel „fahrradfreundliche Stadt“ immer näher, können wir uns mit realistischer Sicht auf den Radverkehr in der Hansestadt nicht anschließen. Zu groß sind die Versäumnisse der Vergangenheit und zu gering die Anstrengungen der Gegenwart. Städte wie Münster, die seit vielen Jahren den Fahrradverkehr massiv fördern, sind Lübeck inzwischen uneinholbar weit voraus. Umso frustrierender ist daher die Hiobsbotschaft, dass die Fahrradstation am Hauptbahnhof nun doch nicht wie geplant gebaut werden kann, weil die Bahn den Platz wegen der Fehmarnbeltquerung behalten will. Ein Fahrradparkhaus mit genügend Stellplätzen kann jetzt nicht mehr realisiert werden, wie beim „Runden Tisch Radverkehr“ von der Verwaltung mitgeteilt wurde. Daran hängt auch die Umgestaltung des verwahrlost wirkenden Bahnhofsvorplatzes, die erst dann angefasst werden kann, wenn für die hier überall abgestellten Räder eine andere Lösung gefunden wurde. An diesem Beispiel sieht man, dass eine zu ruhige Hand bei Planung und Realisierung ins Auge gehen kann. Hätten wir die Fahrradstation, die schon seit Jahren in der Planung ist, längst gebaut, müssten wir jetzt nicht wieder von vorne anfangen. Sie ist schon zum Verzweifeln, diese Lübecker Langsamkeit. Erst hatten wir kein Glück und dann kam noch das Pech dazu...

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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