Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 19. August 2019

Ausgabe vom 04. August 1998

Präparation kostet Zeit und Geld

Museum für Natur und Umwelt sucht noch Sponsoren

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Museumsleiter Dr. Wolfram Eckloff mit Unterkiefer und Schädel des Pottwalbullen

"Ich bin glücklich, daß wir ein Exem- plar einer Walart bekommen haben, die heute noch in den Meeren lebt", sagt der Leiter des Museums für Natur und Umwelt, Dr. Wolfram Eckloff. "Damit können wir das Thema Meeresschutz aktualisieren."

Im Museum gibt es bereits einen Entenwalschädel, ein Schweinswalske-lett und das Modell eines Finnwals. "In die richtig große Walwelle sind wir aber erst 1986 eingestiegen, als wir die fossilen Überreste eines ausgestorbenen Bartenwals aus Groß Pampau bekommen haben." 1989 kam der zweite aus der Stadt im Kreis Lauenburg, ebenfalls zehn Millionen Jahre alt.

Würdiger Platz im Museum

Wenn dem Kapitel "Historische Wale" die aktuellen Themen Wal- und Meeresschutz hinzugefügt werden, wird es dabei auch um die Frage gehen, warum sich Wale eigentlich immer wieder verirren. "Dafür gibt es viele Erklärungsansätze", so Eckloff, "zum Beispiel können Umweltverschmutzungen verschiedenster Art oder auch die elektromagnetische Wellen der Navigationstechnik der Schiffe das Orientierungsvermögen der Wale beeinflussen."

Ehe der Wal einen würdigen Platz im Museum findet, muß viel Zeit und Geld investiert werden. Noch sind die Kosten, die für das Präparieren auf die Hansestadt zukommen, nicht genau zu beziffern. "Vielleicht 40 000 Mark", schätzt der Museumsleiter. "Das Land wird uns unter die Arme greifen. Aber als öffentliches Museum mit einem schmalen Haushalt sind wir auf Sponsoren angewiesen."

Allein der Erwerb und Transport des Walkadavers aus Rømø habe etwa 7000 Mark gekostet. "Für die Präparation sparen wir aber auf jeden Fall eine Menge Geld allein dadurch, daß die Arbeit von museumseigenenen Mitarbeitern ausgeführt wird."

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