Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 13. Juli 2010

Unterirdisches Gutachten

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Die Grünen

In den alten unterirdischen Bunkeranlagen am Passathafen auf dem Priwall befindet sich eine bis zu 40 cm dicke Teerschlammschicht auf 90 m Länge. Das Material gilt als gefährlicher Abfall, ist nach gutachterlicher Untersuchung stark belas-tet, enthält Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe und Benzo(a)pyren und muss zur Gefahrenabwehr beseitigt werden, wofür nach gutachterlicher Aussage jedoch fünf Jahre Zeit sei. Das giftige Material gilt als unterirdisch verkapselt, kann jedoch bei Hochwasser an mindestens 25 Stellen ins Travewasser gelangen und somit an die Travemünder Badestrände. EinwohnerInnen Travemündes sind aus ihrer Kenntnis der Zeitgeschichte überzeugt, dass die unterirdischen Gänge umfangreicher sind als bisher untersucht. Die Fraktion der GRÜNEN hat diese Zustände zum Anlass genommen, in der Bürgerschaft eine Reihe weiterer Erkundungen und Sanierungen am Passathafen zu beantragen: Die mit Wahrscheinlichkeit vorhandenen weiteren Gänge sollen geöffnet und untersucht werden. Mögliche Gasentwicklungen und Austritte an Undichtigkeiten der Bunkeranlagen, besonders in der heißen Jahreszeit, sind zu ermitteln und zu unterbinden. Unabhängig vom Fortschreiten des Waterfrontprojekts sind die Schadstoffe zu beseitigen. Auch Munitionsräumungen seit dem 2. Weltkrieg sind zu dokumentieren und der Verbleib geborgener Munition ist darzustellen, um vor auftauchenden Überraschungen sicher zu sein. Dieser Antrag zur Gesundheitsvorsorge für Gäste und Einheimische wurde in der Bürgerschaftssitzung vor allem durch das Nein der beiden großen Fraktionen abgelehnt.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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