Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 17. Dezember 2017

Ausgabe vom 13. Juli 2010

Landesregierung: Vorstellung schwach

Autor: Dr. Raimund Mildner

BfL

Auf ganz niedrigem Niveau bewegten sich die Kieler Protagonisten der Schließung des Medizinstudiums Lübeck bei der Diskussion am vergangenen Donnerstagabend in St. Petri. Hunderte von Zuhörern hatten sich mehr erwartet: nämlich den sachorientierten Austausch von Argumenten und den politischen Diskurs auf der Basis von Fakten und Konzepten. Stattdessen glaubten FDP-Fraktionsführer Kubicki, Staatssekretärin Andreßen auf dem Podium und CDU-Fraktionschef von Boetticher im Plenum an dies, das und jenes. Blankes Entsetzen über die völlige Un-Sachkenntnis der Staatssekretärin von elementaren Zusammenhängen im Wissenschaftsbetrieb einer interdisziplinär arbeitenden und dabei höchst erfolgreichen Uni sowie dem Wertschöpfungsnetzwerk mit Medizintechnikunternehmen. Der FDP-Mann Kubicki sorgte für Kopfschütteln mit seiner Aussage, ihm sei konkret keine Firma bekannt, die ihren Betrieb bei Schließung des Medizinstudiums in Lübeck einstellen würde; IHK-Umfragen werden offensichtlich völlig ignoriert – Schande über diese Art von arroganter Ignoranz. Und CDU-Anführer von Boetticher verhöhnt die Studenten, dass der Zukunftsklau an ihrer Bildung doch nur dazu diene, dass sie die Einsparung später nicht zurückzahlen müssten. Man war bislang geneigt, nur Wirtschafts- und Wissenschaftsminister de Jager als Sündenbock mit Rücktrittsforderungen zu überziehen. Die Politikspitzen des Landes sind aber keinen Deut besser. Armes Schleswig-Holstein, auch an Geld, noch mehr aber offensichtlich an intellektuellen Fähigkeiten, mit zentralen Zukunftsfragen für das Land in sachlicher Rationalität umzugehen.

V.i.S.d.P.: Dr. R. Mildner

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