Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 13. Juli 2010

Direkte Mitwirkung statt Vertretung

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

 Der „Runde Tisch Integra-tion“ ist Geschichte. Er hat eine gute Arbeit geleistet und bot effiziente Hilfe zur Selbsthilfe für alle Lübecker mit Migrationshintergrund – einem Fünftel unserer Bevölkerung. Die Bürgerschaft hat ihn auflöst und will stattdessen die Partizipationsrechte der Migranten in kommunalen Entscheidungsprozessen stärken. Ab jetzt können alle Lübecker in Arbeitsgruppen an einem kommunalen Integrationskonzept arbeiten: Unter Schirmherrschaft des Sozialsenators soll eine neue, möglichst klein und arbeitsfähig konzipierte „Steuerungsgruppe Integration“ entstehen, an der die Verwaltung durch die Stabsstelle Integration vertreten ist. Die Politik entsendet je einen Vertreter aus den Fraktionen und - auf Wunsch - aus Reihen der Fraktionslosen. Die Mig­ranten selbst werden von fünf gewählten Vertreter des Forums vertreten. Die Migrationsfachdienste und -verbände erhalten insgesamt einen Sitz, was jedoch auf deren Widerstand stieß, weil sie ihre jahrelange Arbeit im Dienst der Migranten und ihr Fachwissen zu wenig gewürdigt wähnten. Doch müssen auch die fürsorglichsten Eltern eines Tages einsehen, dass ihre Sprösslinge erwachsen sind und müssen ihnen im Zweifelsfall zugestehen, eigene Fehler machen zu dürfen. Deshalb werden Migra­tionsfachdienste und -verbände ihr Fachwissen jetzt in die Arbeitsgruppen einbringen. Die Verwendung dieses Wissens wird aber von Migranten selbst mit koordiniert. In Fragen der Integration sind nämlich direkte demokratische Partizipationsmöglichkeiten der zu Integrierenden sinnvoller als die bisherige indirekte Vertretung über Fachdienste.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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