Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 20. Juli 2010

Grünstrand: Gemeinwohl vor Eigennutz

BUNT

Viele Jahre lang hat es böses Blut um das Vorhaben des Bürgermeisters gegeben, den beliebten Grünstrand im Ostseebad Travemünde an Bauinvestoren zu verkaufen. Proteste der Bevölkerung, Unterschriftenlisten und Demonstrationen brachten zwar den Verwaltungschef nicht zum Umdenken, doch stoppte die Bürgerschaft im Juni 2008 das Treiben und sagte die Veräußerungspläne ab. Dies hält den Bürgermeister jedoch nicht davon ab, sein Vorhaben im Hintergrund weiterzutreiben. Im Juni 2009 gab es schon einmal einen Vorstoß, der für Empörung sorgte. Jetzt ist es offenbar schon wieder so weit. Eine Hamburger Investorengemeinschaft, die seit Jahren scharf auf das Juwel am Ostseestrand ist, versucht erneut, ihr Projekt „Segelcampus“ mit mehreren Hotels und riesigem Yachthafen zu realisieren und die Lübecker Politik umzustimmen, obwohl sich an der Situation nichts geändert hat. Wir finden es ärgerlich, dass der von einem eindeutigen Bürgerwillen untermauerte Beschluss ausgehebelt werden soll. Denn neue Argumente gibt es nicht: Der Grünstrand ist einzigartig und unersetzlich für Travemünde. Kein anderes Seebad weist eine derartig attraktive Grünfläche direkt am Strand auf, die zudem vielseitig genutzt werden kann, ob als Liegewiese, Zeltfläche und Veranstaltungsort. Dieses Alleinstellungsmerkmal aufzugeben und das begehrte Filetstück am Ostseestrand zu verkaufen, würde Travemünde nicht voranbringen und uns am Ende alle ärmer machen. Ein Gewinn wäre dies allein für die Investoren und die Nutzer der exklusiven Anlage. Travemünde hat an anderer Stelle viel dringenderen Baubedarf, siehe Aquatop...

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm, Autorin: Dr. Hildegund Stamm

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