Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 27. Juli 2010

Priwall benötigt noch Zeit und Ideen

BUNT

Nach heftiger Auseinandersetzung hat die Bürgerschaft in ihrer jüngsten Sitzung dem umstrittenen Bebauungskonzept „Priwall Waterfront“ zugestimmt, mit dem ein dänischer Entwickler das Gelände um den Passathafen komplett verändern und einer neuen touristischen Nutzung zuführen will. Trotz dieser Entscheidung ist der Zug noch nicht abgefahren. In den kommenden Monaten müssen noch viele Fragen geklärt werden. So das Altlastenproblem, das schon oft Bauvorhaben immens verteuert hat und die Stadt nicht selten um den erhofften Verkaufsgewinn gebracht hat. Dies stellt auf dem Priwall ein hohes Risiko dar, weil das Gelände einstmals intensiv militärisch genutzt wurde und es an ein Wunder grenzen würde, wenn die Sanierungs- und Entsorgungskosten am Ende nicht viel höher ausfallen würden als angenommen. Unabhängig davon gibt es auch Zweifel an dem Nutzen des Projektes für Travemünde und Bedenken über einen zu starken Eingriff in das Leben auf dem Priwall. Der Lübecker BUNT unterstützt daher die „Bürgerinitiative behutsame Priwallentwicklung e.V.“ (BIP), die eine sanftere Entwicklung fordert und ein schlüssiges Alternativkonzept vorgelegt hat. Die Bürgerschaft hat entschieden, dass darüber im weiteren Verfahren noch diskutiert werden soll. Wir wollen, dass dies keine Alibiveranstaltung wird, sondern das Engagement von sachkundigen Bürgern ernst genommen und die Vorschläge in den endgültigen Plänen wiederzufinden sind. Uns geht es wie den Bürgern der BIP: Die Wirtschaftlichkeit des Projektes sowie die Risiken für die Umwelt sind bislang noch nicht ausreichend berücksichtigt worden.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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