Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 03. August 2010

Hebammen in Not!

Autorin: Kordula Michels

Die Linke

Die berufliche Existenz der Hebammen in Deutschland wird durch neue Regelungen gefährdet. In Deutschland gibt es rund 15.700 freiberufliche Hebammen, die ein Durchschnittseinkommen von ca. 1.800 Euro brutto verdienen. Zum 1. Juli 2010 ist jedoch die Prämie der Haftpflichtversicherung auf 3.689 Euro im Jahr aufgestockt worden. Im Jahre 2007 betrugen die Kosten mit 1.218 Euro nicht einmal ein Drittel. Dies gefährdet nun die berufliche Existenz aller Hebammen. Das ist ein nicht zu akzeptierender Zustand – auch für die Hansestadt Lübeck. Der Grund für den drastischen Anstieg der Haftpflichtprämie ist der Anstieg der Klagen bei Geburtsschäden. Auch die medizinische und pflegerische Betreuung ist besser geworden – das kostet mehr. Etliche Hebammen fragen sich jetzt, ob sie bei so geringen Gehälter und den hohen Versicherungskosten ihren Job nicht lieber aufgeben sollten. Einige Hebammen beschränken sich als Alternative, auf die Vor- und Nachsorge oder geben Kurse für werdende Eltern. Die Hansestadt Lübeck muss sich fragen lassen, was sie gedenkt den Müttern bei der Vor- und Nachbetreuung im Wochenbett, stattdessen anzubieten. Die Lücke, durch die fehlenden Hebammen muss gedeckt werden. Schon jetzt ist es zu einer erheblichen Reduzierung der Zahl der Hebammen bundesweit gekommen. Deshalb sollte die Frage der Reorganisation der Hebammen schnellstens beantwortet werden, damit die Versorgung aller Mütter und Neugeborenen sichergestellt werden kann. Die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE wird das Thema in der Bürgerschaft und den Fachausschüssen auf die Tagesordnung bringen.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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