Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 03. August 2010

„Lieber Heiliger Florian:

Autorin: Heidi Näpflein

Die Grünen

verschon’ mein Haus, zünd´ das vom Nachbarn an.“ An diesen frommen Spruch muss ich denken, wenn öffentlich gefordert wird, dass die absehbar zu entlassenen Schwerverbrecher nicht in Lübeck siedeln sollen! Die LN titelt mit: Sex-Täter in Freiheit…Eine Vergewaltigung hat mit Sex gar nichts zu tun, sondern bedeutet brutale Gewaltanwendung gegen den Willen eines Opfers. Deshalb ist es eine journalistische Fehlleistung die Täter so zu benennen, dieser Hinweis an die Adresse der LN. Nach einer abgeleisteten Inhaftierungsstrafe sind auch Gewaltverbrecher erst einmal freie Bürger, die über ihren Wohnort selber entscheiden können – und die Betreuung von ihnen ist eine kommunale Aufgabe – wie Bürgermeister Saxe richtig bemerkt hat. Die Forderung von Herrn Zander, die „Last“ gerecht über Schleswig-Holstein verteilt zu wissen, ist nachvollziehbar, aber nicht umsetzbar. Die zurzeit bevorstehende Freilassung von Franz-Joachim S. und Burghart P. beschäftigt die Öffentlichkeit insbesondere, da ihnen weiterhin eine Neigung zu Straftaten zugetraut wird. Die Dunkelziffer der in Lübeck wohnhaften oder durchreisenden Personen mit gestörtem Verhältnis zur Sexualität ist nicht bekannt, d.h. eine latente Gefahr ist durchgängig vorhanden. Sich gegen gewaltsame Übergriffe zu schützen, beginnt mit Aufklärung, Selbstbehauptung und Umsicht. Durch die persönliche Betreuung einer Sozialisierung eines Kindermörders (bei seiner Entlassung 68 Jahre alt) hat mir gezeigt, dass in unserer Gesellschaft das Hinschauen auf die Probleme mehr hilft, als das Wegschauen oder das St.-Florians-Prinzip.

V.i.S.d.P.: Heidi Näpflein

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