Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. August 2010

Es muss gerecht zugehen

Peter Reinhardt

SPD

Die soziale Lage in der Hansestadt ist unverändert angespannt.

Für die SPD-Bürgerschaftsfraktion geben die jüngst veröffentlichten Zahlen der Agentur für Arbeit keinen Anlass für eine optimistische Bewertung. Der Zahlenvergleich gibt zudem keine Auskunft über die Qualität der angebotenen Arbeitsplätze. Nicht nur im Friseur-Handwerk sind immer mehr Lübeckerinnen und Lübecker bei stark steigender Tendenz trotz guter Ausbildung und Vollzeitbeschäftigung auf Transferleistungen angewiesen. Der Trend zu Teilzeitarbeit und prekären Arbeitsverhältnissen hält unvermindert an. Rund 1400 Beschäftigte und damit wohl rund 6000 Lübeckerinnen und Lübecker können trotz mindestens einer Vollzeitstelle nicht von dem erzielten Familieneinkommen leben und sind als Aufstocker von zusätzlichen Leistungen abhängig. Und es ist ebenso wenig hilfreich, wenn in den Medien auf Stammtisch-Niveau argumentiert und über Menschen schwadroniert wird, deren Arbeitsmoral zu wünschen übrig lasse und die zu faul zum Arbeiten seien. Zu niedrige Löhne und Gehälter sind die Ursache für Kinderarmut und soziale Not. Der gesetzliche Mindestlohn muss nicht nur auf Branchen wie die Zeitarbeit, die Gebäudereinigung oder die Verkehrswirtschaft ausgeweitet werden, sondern flächendeckend eingeführt werden. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seiner eigenen Hände Arbeit leben können.

Das ist eine entscheidende Voraussetzung, um dem beklagten Fachkräftemangel zu begegnen.

Die andere sind eine bessere Schulausbildung und mehr Förderung für junge Menschen.

V.i.S.d.P.: Peter Reinhardt

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