Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 17. August 2010

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik

Soja Kanuschin

CDU

Das zweite ‚Gender-Ranking’ von Heinrich-Böll-Stiftung und Fernuni Hagen hat erheblich schlechtere Zahlen für Lübeck ergeben als die letzte Studie im Jahre 2008. Während unsere Stadt damals noch auf dem 4. Platz gelandet ist, finden wir uns dieses Mal auf Platz 46 wieder – von insgesamt 79 untersuchten Städten. Das sind keine guten Neuigkeiten. Kommunalpolitik kann nur dann verantwortlich gestaltet werden, wenn Frauen gleichberechtigt in Führungspositionen vertreten sind. Entsprechend eignet sich das Thema auch nicht zur parteipolitischen Auseinandersetzung. Alle Fraktionen sollten sich des Problems in sachlicher Form annehmen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Das Interesse von Frauen an kommunalpolitischen Themen ist übrigens eigentlich nicht zu übersehen: Sowohl während der jüngsten Initiativen zur Rettung von Flughafen und Universität, als auch bei Themen aus der Schul- und Bildungspolitik hat sich eine beeindruckende Zahl von Frauen an den Aktivitäten beteiligt.

Hier haben sie ihre ganz persönliche Lebenserfahrung eingebracht, die aufgrund der besonderen Herausforderungen für Frauen in Familie und Beruf natürlich eine andere ist als die von Männern. Auf diese Erfahrung kann auch in der Kommunalpolitik nicht verzichtet werden. Wir sollten uns daher vor allem mit der Frage befassen, warum die heutigen kommunalpolitischen Strukturen, ihre Gremien und Verfahren für Frauen nicht ausreichend interessant erscheinen. Die Kommunalpolitik sollte bereit sein, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich ein höherer Frauenanteil ganz automatisch ergibt.

V.i.S.d.P.: Andreas Zander

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