Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ausgabe vom 17. August 2010

Neugestaltung des St.-Annen-Museums

Monika Schedel

Die Grünen

Das St.-Annen-Museum zeigt seit bald 100 Jahren in einer Raumfolge bürgerliches Wohnen vom Mittelalter bis ca. zum Ende des 18. Jahrhunderts. Dazu wurden Originalteile aus Lübecker Häusern - Balken- und Stuckdecken, Kamine und Kachelöfen, Wandmalereien, hölzerne Wandverkleidungen verschiedener Epochen, Leder, Leinwand und Papiertapeten, jeweils mit zeitgenössischen Möbeln und anderen Wohnaccessoires - in eigens dafür gebauten Räumen verwendet. Dieses Konzept war so überzeugend, dass es zwei Weltkriege und sechs Direktoren überlebt hat. Mit der Zielsetzung, mehr und jüngere Menschen mit einer modernen Präsentation anzusprechen, hat nun eine Neugestaltung der Räume begonnen. Es wurde ein schönes Modell angefertigt, allerdings im Puppenstubenformat, als Entscheidungshilfe für Stiftungsrat und Mäzene. Es gab kein Symposium oder ähnliches, wo Theorie und Idee zu einem neuen Museumskonzept vorgestellt und diskutiert worden wären. Hinter verschlossenen Türen werden jetzt die restlichen Räume bis September 2011 fertig gestellt. Das Ergebnis der neu gestalteten zehn Räume ist unter den Fachleuten umstritten. Deshalb ist nach unserer Auffassung bei diesen einschneidenden Änderungen - nun wohl auch in der Mittelalterabteilung - eine fachliche, unabhängige Begleitung, auch durch die überregionale Fachpresse zwingend erforderlich. Wir GRÜNE werden das in der nächsten Ausschusssitzung fordern. Zum Vergleich: Lübecks Entwurf des Managementplans für das Unesco-Welterbe wurde dreimal der Fach– und sonstigen Öffentlichkeit vorgestellt zwecks Ergänzung und Kritik.

V.i.S.d.P.: Lilo von Holt

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de