Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe vom 17. August 2010

Street View: Selbst ist der Bürger

Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Ankündigung der Internet-Krake Google, noch dieses Jahr mit ihrem umstrittenen „Street View“ in Deutschland zu starten, hat viel Kritik in den Reihen von Datenschützern und nachdenklichen Bürgern hervorgerufen. Zwar gehört Lübeck nicht zu jenen 20 Städten, die bis Jahresende mit detaillierten Straßenansichten ins Internet gestellt werden. Fotodetails aus der Hansestadt werden bald folgen. Das ist nicht in jedem Fall ein netter Service, sondern kann auf vielfältige Weise missbraucht werden. Wir bedauern, dass entgegen der ersten Auffassung, weder Stadtverwaltung noch Kommunalpolitik eine rechtliche Handhabe besitzen, die in die Privatsphäre eingreifenden Aufnahmen zu verhindern oder wenigstens kostenpflichtig zu machen. Hilflos sind wir Lübecker deshalb aber nicht. Jeder Haus- und Wohnungsbesitzer kann Einspruch gegen das Abfotografieren und Veröffentlichen einlegen. Google hat zugesichert, dass entsprechende Publikationen im Internet unterlassen werden – sogar wenn Mieter Einspruch erheben. Zweifel, ob sich der Internet-Riese aus USA an diese Verpflichtung hält, sollten dazu führen, dass man seinen Einspruch dokumentiert und verwahrt, damit man im Fall der Nichtbeachtung rechtliche Schritte einlegen kann. Der Einspruch ist möglich per E-Mail an streetview-deutschland@google.com oder per Briefpost an Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg. Einen Musterwiderspruch kann man vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die Internet-Seite www.bmelv.de bekommen. Wer Datenschutz ernst nimmt, sollte jetzt handeln!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de