Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 24. August 2010

Abgasschwaden belasten das Seebad

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Beliebtheit von Travemünde bei Tagesgästen und Urlaubern gründet sich nicht zuletzt auf den regen Seeschiffsverkehr, der die Stunden am Meer zu einem besonderen Erlebnis macht. Dieser Reiz des Maritimen, des Beobachtens von großen Pötten aus nächster Nähe, wenn sie in der engen Trave ein- oder auslaufen, hat Travemünde allen Seebädern in der näheren Umgebung voraus. Auf der anderen Seite stellt gerade der Fähr- und Hochseeschiffverkehr auch eine Gefahr für den Tourismusstandort und die Bewohner dar. Denn die großen Seeschiffe machen nicht nur rund um die Uhr ziemlichen Lärm, sondern werden auch mit dem schmutzigsten aller möglichen Treibstoffe angetrieben: mit dem stark belasteten Schweröl. Man kann dies unschwer erkennen, wenn man am Ostseestrand in der Abendsonne den Horizont taxieren will. Hier schwebt oft eine braune Abgasschicht über dem Wasser. Je nach Windrichtung kann man dies in Travemünde auch überaus deutlich riechen. Dass es sich hier nicht allein um eine Geruchsbelästigung sondern um massiv umweltschädigende Abgase handelt, ist seit langem klar. Vor allem Schwefeldioxid und Stickoxid wird in große Maße freigesetzt – ein unmöglicher Zustand, der durch den Einsatz umweltfreundlicherer, aber auch teuerem Treibstoff leicht beizukommen wäre. Lübeck wäre gut beraten, alles zu tun, dass es hier zu einem Umdenken kommt. Die Reeder sind Kunden der stadteigenen Hafengesellschaft. Hier sollte sich ein Ansatzpunkt finden, auf eine rasche Veränderung zu drängen – etwa mit einer Umweltstaffelung der Hafentarife. Wir müssen nicht immer warten, bis Hilfe von außen kommt.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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