Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 04. August 1998

Theaterporträts

Geben und Nehmen

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Hartmut Lange, Foto: TL

Der Schauspieler Hartmut Lange

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Der Schauspieler Hartmut Lange

Nach einer ganzen Reihe von Stationen hat Hartmut Lange nun in Lübeck "angedockt". Zwischen Konstanz und zuletzt Magdeburg hat der gebürtiger Essener 18 Theaterjahre absolviert und einige Zeit freischaffend gearbeitet, um auch dabei Erfahrungen zu sammeln. "Schauspieler müssen, solange sie junge sind, diverse Bühnen, Publikum und Stoffe kennenlernen", sagt der Mann, der sich seit drei Jahren in der Hansestadt wohlfühlt. Sie sei keinerlei Provinz und habe vor allem das sympathischste Publikum, das er kennengelernt habe.

"Ich habe keine Vorlieben und spiele alles, was schön und gut ist", sagt Hartmut Lange - jedoch keine Liebhaber. Nun, der Typ hierfür ist er nie gewesen. Er ist an der Charakterrolle, noch mehr am Stoff interessiert. So etwa an der "Antigone" des Sophokles, in die zu seiner Freude auch viele Schulklassen kamen und gespannt mitgingen.

Allerdings soll die Arbeit auch Spaß machen - so wie in der intelligenten Komödie "Kunst". Und dann gibt es die Rollen mit Pfiff, wie den Ganoven im Musical "Kiss me, Kate", wo er zusammen mit Paul Kaiser ein klassisches Gangstergespann spielt - weiterhin in der nächsten Saison zu erleben.

Allen elektronischen Medien zum Trotz: "Theater kommt aus allererster Hand." Und "hier treffen Menschen zusammen, die sich austauschen". Es sei ein Geben von der Bühne herunter und ein Nehmen des Publikums - und umgekehrt. Der Schauspieler ist davon überzeugt, daß das Theater stets aktuell war und es immer bleiben wird - und zeigt das an eben jener 2000 Jahre alten "Antigone" auf.

Hartmut Lange verweist nachdrücklich darauf, daß jeder Abend neu ist, neue Konzentration auf beiden Seiten verlangt, und daß Energieströme fließen. "Theater", fügt er hinzu, "ist ein lebendiges Zusammenspiel von Denken, Sinn und Sinnlichkeit."Güz

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