Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 07. September 2010

Sanierung fast abgeschlossen

Investition von fünf Millionen Euro in das Trave-Schulzentrum

Am gestrigen Montag hat Bausenator Franz-Peter Boden bei einem Ortstermin über die Sanierungsmaßnahmen am TraveSchulzentrum informiert. Seit 2007 die Arbeiten zur energetischen Sanierung von Dach und Fassade begonnen wurden, hat die Hansestadt insgesamt rund fünf Millionen Euro in das Gebäude gesteckt. Es wurde ein leis-

tungsfähiges und zukunftsorientiertes Gebäude für 900 Schüler geschaffen, das in verschiedenen hellen Farben erstrahlt.

Nun verfügt das Trave-Schulzentrum über eine neue Mensa mit 150 Sitzplätzen, modernisierte Chemieräume und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch die Vorbereitungen für den Einbau eines Aufzuges sind abgeschlossen, so dass das Schulzentrum später vollständig behindertengerecht ist. Vor allem aber wurde die sanierungsbedürftige Fassade und das Dach erneuert und die Energiebilanz des typischen Schulgebäudes aus dem Jahr 1973, im Volksmund „Käsebunker“ genannt, deutlich verbessert: Der Heizenergiebedarf liegt mit 63 kWh pro Quadtratmeter und Jahr nur noch halb so hoch wie vor der Sanierung. Das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck (GMHL) schätzt die jährlichen Energieeinsparungen auf rund 70.000 Euro.

In dem ersten Bauabschnitt wurde in den Jahren 2007/2008 zunächst das Dach mit einer Fläche von 6.300 Quadratmetern für 1,2 Millionen Euro erneuert. Dabei wurde durch eine bis zu 20 Zentimeter dicke Wärmedämmung die Grundlage für zukünftige Energieeinsparungen gelegt.

Zum Schutz vor intensiven Temperaturspannungen der Dachhaut durch Wärmeeinstrahlung wurde das Dach begrünt. Daneben trägt dies zur Verbesserung der Umweltbilanz und der Dachaufsicht bei.

Auf dem dreigeschossigen Haupttrakt wurde von den Stadtwerken in Zusammenarbeit mit dem GMHL eine Photovoltaikanlage als Bürgersolaranlage von 600 Quadratmeter Größe installiert. Die so erzeugten jährlich 50 MWh werden in das Stromnetz eingespeist. In der gleichen Bauphase wurden eine Mensa mit 150 Sitzplätzen und eine Essensausgabe für 300 Schüler pro Tag für 330.000 Euro geschaffen. Außerdem wurden die in die Jahre gekommenen Chemieräume für 230.000 Euro modernisiert.

Damit alle Etagen behindertengerecht erreicht werden können, werden zurzeit ein Aufzug im Treppenhaus und eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2010 vorgesehen. Diese Maßnahme für 200.000 Euro wird durch Mittel des Bundes und des Landes aus dem Konjunkturpaket II gefördert.

In dem zweiten Bauabschnitt ist dann für 2,9 Millionen Euro die 4.100 Quadratmeter große Fassade erneuert worden. Da die Baumaßnahme bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt wurde, verabredeten der Bereich Schule und Sport, GMHL, die Schulleitungen und das Architekturbüro Rimpf dafür ein Verfahren, das nur geringe Beeinträchtigungen für die Lernenden mit sich brachte: Die neuen, geschosshohen Fassadenelemente im bestehenden Fassadenraster wurden in kleinen Abschnitten taktweise auf die alte Tragkonstruktion der Pfosten-Riegel-Konstruktion vorgesetzt und befestigt. So konnte der alte Fassadenaufbau eingebunden und erhalten werden. Lediglich die alten Fensterflügel mussten noch ausgebaut werden. Diese Alt- und Neukonstruktion wurde anschließend von innen durch Holzriegel abgedeckt. Die Sanierung war notwendig, weil die Fassadenelemente erhebliche Durchfeuchtungsschäden aufwiesen und eine nachhaltige Schadensbeseitigung durch eine einfache Reparatur nicht möglich war.

Die sonnenausgerichteten Fassaden haben neben dem integrierten Sonnenschutz einen besonders patentierten sommerlichen Wärmeschutz erhalten. Hinter einer hinterlüfteten Glaspaneelscheibe des Brüstungs- und Sturzbereiches reflektiert eine eingefärbte Wabenkonstruktion die eintreffende Wärmestrahlung, ohne dass die Fassadenkonstruktion sich extrem aufheizen kann.

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